Letztes Update am Mo, 14.01.2019 05:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Lajcak: Wir müssen uns zum Multilateralismus bekennen



Wien (APA) - Der slowakische Außenminister und derzeitige OSZE-Vorsitzende Miroslav Lajcak fordert von den Staaten ein Bekenntnis zum Multilateralismus. „Wir müssen uns zum Multilateralismus bekennen. Wir sind konfrontiert mit Herausforderungen, die keiner von uns alleine meistern kann“, sagte Lajcak im Gespräch mit der APA. „Wir brauchen die Kooperation.“

Lajcak erklärte: „Wir haben entweder ein System, das auf Regeln basiert, die jeder akzeptiert. Oder wir werden Chaos und Anarchie haben, wo die „big ones“ (Großen) dominieren. Und keine dieser Alternativen ist eine gute Alternative.“

Lajcak betonte außerdem, die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Menschen näher bringen zu wollen. „Hauptziel unserer Arbeit ist es, das Leben der Menschen im OSZE-Raum zu verbessern. Sie müssen bemerken: wir sind für sie da und machen etwas Positives für sie.“ Speziell konkrete Verbesserungen für Menschen, die in Konfliktregionen leben und schwer Zugang zu Wasser, Elektrizität und einem funktionierenden Gesundheitssystem haben, sind Lajcak ein Anliegen.

Lajcak hatte am Donnerstag in Wien die Prioritäten des slowakischen OSZE-Vorsitzes vor Vertretern der 57 Mitgliedstaaten präsentiert. Abgesehen von „effektivem“ Multilateralismus gehören die Vorbeugung und Vermittlung in Konflikten und die Fokussierung auf die betroffenen Menschen dazu. Lajcak will bald in die Ukraine reisen, auch an die Frontlinien, und kündigte eine Reise nach Moskau an. Ein dritter Schwerpunkt ist es, für die Herausforderungen der Zukunft besser gewappnet zu sein. Dazu will die Slowakei auch junge Menschen einbeziehen.

Die Slowakei hatte den jährlich rotierenden OSZE-Vorsitz am 1. Jänner von Italien übernommen. Österreich hatte den Vorsitz 2017 inne. In der internationalen Organisation mit Sitz in Wien sind 57 Länder aus Europa, Zentralasien und Nordamerika vertreten. Die OSZE setzt sich für die Friedenssicherung in Europa ein, führt Wahlbeobachtungsmissionen (ODIHR) durch und hat Hunderte Beobachter in die Ostukraine entsandt, die den Waffenstillstand überwachen sollen.

(Das Gespräch führte Alexandra Demcisin/APA)

~ WEB http://www.osce.org/ ~ APA026 2019-01-14/05:01




Kommentieren