Letztes Update am Mo, 14.01.2019 09:54

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Lage im Bundesland Salzburg spitzte sich wieder zu



Österreich-weit (APA) - Im Bundesland Salzburg hat sich die Wetterlage und Lawinengefahr in der Nacht auf Montag wie prognostiziert wieder zugespitzt. Rund 17.000 Menschen waren seit Sonntagabend wegen Straßensperren eingeschlossen. In Teilen des Landes stieg die Lawinengefahr auf die höchste Warnstufe 5, betroffen war dieses Mal der Bereich der Hohen Tauern. Schneefälle und starker Sturm verschärften die Lage.

Mehrere Lawinen gingen bereits in der Nacht ab, sie dürften aber keinen Personenschaden verursacht haben. So donnerte in Obertauern eine Lawine bis zum Seekarhaus, in Hintermuhr ging eine Lawine auf eine Gemeindestraße und eine Hofzufahrt ab, sagte Markus Kurcz, der Einsatzleiter des Landes, zur APA. Und laut Katastrophenreferent Norbert Altenhofer wurde auch aus Hintersee im Flachgau eine Lawine gemeldet, die ein Ausmaß von etwa 100 Metern Breite und drei bis vier Metern Höhe erreichte und auch Bäume und Sträucher mitriss.

Bei dem Lawinenabgang in Obertauern wurde ersten Informationen zufolge niemand verletzt. „Mein Wissensstand ist, dass keine Personen zu Schaden gekommen sind“, sagte der Obmann der Lawinenkommission Obertauern, Peter Aubrunner, um 9.00 Uhr auf Anfrage der APA. Über die Größe der Lawine konnte er vorerst keine Angaben machen. Er musste sich bei Tageslicht noch ein Bild von der Lage machen. Die vor Ort befindlichen Personen hätten die Situation jedenfalls gut gelöst, so Aubrunner. Es wurden Leute aus dem potenziell gefährdeten Bereich gebracht. Es war auch ein medizinischer Transport ins Tal notwendig. Die für den öffentlichen Verkehr gesperrte Straße nach Obertauern war für Einsatzfahrzeuge befahrbar, jede Fahrt bedurfte aber der Zustimmung der Kommission.

Noch völlig unklar war am Montagvormittag, welche Schäden der Sturm in der Nacht angerichtet hat. Dieser fegte mit bis zu 160 km/h (bei der Rudolfshütte) über das Land. Dieses Ausmaß habe man eigentlich nicht erwartet, so Kurcz. Es habe sich aber als richtig herausgestellt, Ende voriger Woche, als sich die Lage kurzfristig entspannte, beim hochrangigen Straßennetz alle problematischen Situationen zu entschärfen, deshalb funktioniere diese auch heute. Wie das im Bereich der Gemeindestraßen und in den Wäldern aussehe, werde sich erst im Lauf des Tages herausstellen. Vor allem aus dem Lammertal seien schon Meldungen über Windwurfschäden eingelangt.

Sechs Gemeinden waren Montagfrüh nicht erreichbar. Betroffen war das untere Saalachtal im Pinzgau mit den Gemeinden Unken, Lofer, St. Martin und Weißbach, dazu blieb auch Rauris weiter abgeschnitten, wo alleine etwa 3.000 Einwohner und 2.000 Urlauber festsaßen. Außerdem mussten am Sonntagabend auch die Straßen nach Obertauern wieder gesperrt werden, weshalb in Summe etwa 17.000 Menschen betroffen waren. „Sie alle sind medizinisch versorgt und wohlauf“, so Kurcz.

Von zahlreichen Straßensperren war am Montag in der Früh auch die Tauernautobahn (A10) betroffen. Sie war beim Südportal bei Zederhaus im Lungau in Richtung Salzburg wegen hängengebliebener Lastwagen gesperrt.

Die Zahl der Haushalte ohne Stromversorgung stieg über Nacht wieder etwas an. Am Vormittag waren laut Salzburg AG etwa 230 Kunden ohne Strom. Die betroffenen Gebiete waren über das ganze Bundesland verteilt, von St. Koloman, Adnet und Bad Vigaun im Tennengau über einen Straßenzug in der Stadt Salzburg, Mühlbach und Filzmoos im Pongau, Leogang und Teile Viehhofens im Pinzgau bis Fuschl im Flachgau.

Wegen des erneut sehr ergiebigen Schneefalls und starker Verfrachtungen wurde für Teile des Landes die Lawinengefahr wieder auf die höchste Stufe „sehr groß“ hinaufgestuft. Betroffen waren die Hohen Tauern vom Fuschertal westwärts und das Gebiet rund um den Hochkönig. Hier könnten Staublawinen aus Lagen oberhalb von 2.500 Metern extreme Ausmaße erreichen. In mittleren und tieferen Lagen, vor allem unterhalb von 1.500 Metern, bestand vor allem die Gefahr von Gleitschnee-Abgängen.

Vor Touren oder Variantenfahrten im freien Gelände wurde dringend abgeraten. Die Verhältnisse waren ausgesprochen heikel, neben der Gefahr durch Spontanlawinen konnte der frische Triebschnee im Steilgelände schon bei geringer Zusatzbelastung losgetreten werden.

Schüler und Lehrer von mehr als 30 Schulen im Bundesland durften am Montag einen freien Tag einlegen, weil die Schulen zur Sicherheit geschlossen blieben.




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