Letztes Update am Mo, 14.01.2019 11:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Für Steiermark „intensivster Einsatz seit Tschernobyl“



Graz (APA) - Nach zehn Tagen und zehn Nächten hat der steirische Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) vom „intensivsten Einsatz seit Tschernobyl“ und einem Jahrhundert-Schneeereignis gesprochen. Bisher sei alles ohne gröbere Unfälle gelaufen. Montagfrüh waren in der Steiermark allerdings immer noch 576 Menschen von Schneemassen in ihren Ortschaften eingeschlossen.

Der Landeshauptmannstellvertreter versicherte, dass die Lage im Griff sei, was vor allem an der vielen vorbeugenden Arbeit liege. Tausende Einsatzkräfte von Feuerwehr, Bundesheer, Bergrettung, Alpinpolizei, Rettung und anderen Organisationen seien im Einsatz. In der Obersteiermark sollen noch am Montag zusätzliche Kräfte eingeteilt werden, denn bis Mittwoch werde die Lage weiterhin angespannt bleiben. Der Präbichl musste am Montag wieder für den Verkehr gesperrt werden. In Ramsau ging eine Lawine ab, weshalb die Dachsteinstraße ebenfalls gesperrt wurde. Verletzte gab es nicht, so Schickhofer.

Die Wetterlage sollte sich am Mittwoch bessern, schilderte Meteorologe Alexander Podesser in der Landeswarnzentrale. Seit Samstag waren in den höheren Lagen rund 100 Zentimeter Neuschnee dazugekommen, in tieferen Lagen hat es geregnet. Hinzu komme nun starker Wind - bis zu 140 km/h in den Bergen - sowie wärmeres Wetter. Das mache die Lawinengefahr noch kritischer, warnte er. Er beurteilte die Schneesituation für Jänner jedenfalls als außergewöhnlich und sprach von einem „100-jährigen Jänner-Schneeereignis“. Schickhofer hoffte, dass der für die Helfer fordernde Einsatz am Freitag beendet werden kann.

Günter Hohenberger von der steirischen Landeswarnzentrale zufolge waren Montagfrüh noch 16 Straßen wegen Lawinen- oder Schneegefahr gesperrt. Bei der Sölktalstraße war aber zumindest ein Fahrstreifen frei. Zu den abgeschnittenen Gebieten zählten Johnsbach und Gstatterboden mit etwa 160 eingeschlossenen Menschen, Wildalpen, Ortsteile der Gemeinde Landl und Teile von Ramsau. Rund 30 Lawinensprengflüge haben in den vergangenen Tagen in der Steiermark stattgefunden. Hubschrauberflüge dürften in den kommenden Tagen wieder schwieriger werden. Erst für Mittwoch sei Besserung in Sicht.




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