Letztes Update am Mo, 14.01.2019 11:27

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Umfrage: Unsicherheit belastet britische Finanzbranche



London (APA/Reuters) - Die britische Finanzbranche bekommt die Brexit-Unsicherheit deutlich zu spüren. Erstmals seit 2013 ist die Nachfrage nach Finanzdienstleistungen von Unternehmen im Vereinigten Königreich gesunken und wird voraussichtlich im laufenden Quartal weiter nachgeben, wie aus einer am Montag veröffentlichten Umfrage des Industrieverbandes CBI und PricewaterhouseCoopers hervorgeht.

Die Gewinne in der Branche, die die meisten Steuern in Großbritannien beisteuert, würden zudem erstmals seit drei Jahren zurückgehen. An der Umfrage nahmen 84 Unternehmen teil.

„Der anhaltend schwache Optimismus und die Eintrübung der Erwartungen lassen für die Aussichten die Alarmglocken läuten“, sagte CBI-Chefvolkswirtin Rain Newton-Smith. Der Umfrage zufolge ist insbesondere bei Anlage-Verwaltern der Verlust an Dynamik auffällig. Sie verzeichneten den stärksten Rückgang seit der Finanzkrise vor zehn Jahren. Die große Mehrheit solcher Investmentfirmen sei für die Aussichten in den nächsten Monaten weniger zuversichtlich. Insbesondere die Geschäfte mit ausländischen Kunden seien betroffen.

Das britische Parlament debattiert seit Mittwoch über das mit der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen. Am Dienstag soll es darüber abstimmen. Der Ausgang des Votums ist völlig ungewiss. Bei einer Ablehnung im Unterhaus droht ein ungeordneter Brexit mit Einbrüchen für die Wirtschaft. Viele Banken, Versicherer und Investmentfirmen in Großbritannien schaffen sich inzwischen Standbeine in der EU, um bei einem ungeregelten Brexit nicht von Geschäften auf dem Kontinent ausgeschlossen zu werden.




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