Letztes Update am Mo, 14.01.2019 12:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


2018 hat es weniger internationale Händler nach Österreich gezogen



Wien (APA) - 2018 hat es weniger internationale Händler nach Österreich gezogen als in den Jahren davor. Wagten 2017 noch 32 ausländische Labels erstmals den Markteintritt in Österreich, so waren es im Vorjahr 25. Auch heuer dürften sich die Neueintritte auf diesem Niveau bewegen, erwartet der Immobiliendienstleister CBRE.

„Die Händler investieren gerade sehr viel in das Onlinegeschäft, da ist viel Kapital gebunden. Außerdem gehen viele noch selektiver vor, schauen sich Standorte sehr genau an und verhandeln lange“, sagte Handelsexperte Walter Wölfler von CBRE Österreich am Montag im APA-Gespräch. 2019 dürften daher über 20 neue internationale Handelsfirmen nach Österreich kommen und nicht wie in den Jahren davor über 30.

Vor der Tür stünden Unternehmen in den Bereichen Fashion, Sportmode und aus dem elektronischen Bereich sowie kleinere Marken, die bisher nur online verfügbar waren und nun Standorte suchen. Dass reine Onlinehändler vermehrt auch stationäre Geschäfte aufmachen bzw. damit experimentieren, kennt man schon von Amazon und Zalando. „Jedes physische Geschäft hat auch positive Auswirkungen auf das Onlinegeschäft“, so Wölfler.

Im vergangenen Jahr eröffnete unter anderem die Modekette & Other Stories aus dem Hause H&M ihren ersten Österreich-Standort. Auch der US-Technologieriese Apple sowie der französische Sporthandelsdiskonter Decathlon schafften nach langen Ankündigungsphasen den Sprung nach Österreich.

Weitere Neueintritte waren das zur Otto Group zählende Warenhaus Manufactum und die niederländische Handelskette Hema, die bereits eine weitere Expansion angekündigt hat. Die Schuhbranche in Österreich wurde um die Firmen Toms und New Balance erweitert, der Haushaltsbereich um das französische Kochgeschirr-Unternehmen Le Creuset. In Innsbruck machte der erste eigene Store der Outdoor-Bekleidungsfirma Patagonia auf.

Die Mehrheit der Firmen hat sich auch im vergangenen Jahr in Wien oder Umgebung (SCS) niedergelassen. Die Bundesländer verzeichneten nur sieben Neuzugänge. Im Fokus internationaler Brands stünden in Wien die Kärntner Straße und Mariahilfer Straße, die Einkaufszentren sowie gute Nebenlagen im 1. Bezirk. „Es gibt aber auch Firmen, die trendigere Lagen suchen oder auffallende Gebäude abseits der bekannten Trampelpfade“, sagte Wölfler. Ein Beispiel sei der Manufactum-Standort Am Hof.




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