Letztes Update am Mo, 14.01.2019 13:37

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ski alpin: Veith macht vor Kronplatz ÖSV-Damen Mut: „Weiterkämpfen“



Innsbruck/St. Vigil (APA) - Nach dem Horror-Wochenende mit den Verletzungen von Stephanie Brunner und Anna Veith gehen die ÖSV-Damen mit klar reduzierten Erwartungen in den Riesentorlauf am Kronplatz. Während US-Star Mikaela Shiffrin im Top-Duell mit Petra Vlhova und Vicky Rebensburg den 10. Saisonsieg anpeilt, muss der ÖSV die beiden Besten vorgeben. Veith machte aber Mut. „Weiterkämpfen“, richtete sie aus der Klinik aus.

Damenchef Jürgen Kriechbaum hat Veith und Brunner am Tag vor dem Dienstag-Rennen in Hochrum besucht, wo die beiden am Wochenende nach ihren schweren Trainings-Verletzungen operiert worden sind. Das „Weiterkämpfen“ gelte aus seiner Sicht auch für Veith, betonte Kriechbaum. „Bei vielen sind Verletzungen kein Grund, aufzuhören“, glaubt der Coach aber fest, dass die 29-Jährige wiederkommt. „Anna ist noch in keinem Alter, in dem man unbedingt aufhören muss. Ich bin sicher, sie wird alle Kraft in die Rehab stecken“, sagte Kriechbaum zur APA.

Klar ist aber, dass sein Riesentorlauf-Team schon wieder heftig zurückgeworfen worden ist. „Unsere Zielsetzungen sind mit einem Schlag über den Haufen geworfen worden.“ Das einstige Vorzeigeteam war nach den schweren Verletzungen von Weltmeisterin Veith (2015) und Weltcup-Gesamtsiegerin Eva-Maria Brem (2016) auf gutem Weg zurück gewesen. Brem ist aber nach wie vor außer Form und die im Aufwind befindliche Veith (zuletzt drei Top-Ten-Plätze in Folge) fällt nun für den Rest der Saison ebenso aus wie die junge Brunner (23), die am Saisonbeginn trotz gerade überstandenem Kreuzbandriss als Dritte in Killington ihr erstes RTL-Podest und das erste für die ÖSV-Damen seit Brem im März 2016 geholt hatte.

„Wir waren auf dem Weg, wieder zu mannschaftlicher Dichte zu kommen. Wenn dann die beiden Topfahrerinnen ausfallen und die Hälfte des WM-Kontingents weg ist, ist das schon extrem bitter“, nahm sich Kriechbaum kein Blatt vor den Mund. Der seit der Saison 2013/14 amtierende Oberösterreicher ist Kummer gewöhnt. „Wir waren schon in ähnlichen Situationen, als es durch Rücktritte und Verletzungen dünn ausgeschaut hat. Im Riesentorlauf hat es sich zuletzt aber wieder sehr gut angefühlt. Das ist jetzt alles mit einem Schlag weg.“

Waren zuletzt am Semmering noch zehn ÖSV-Damen am Start, sind es am Dienstag (10.00/13.00 Uhr, live ORF eins) in Italien nur noch sieben. Neben Veith und Brunner fehlt nämlich auch Stephanie Resch wegen ihrer anhaltenden Schienbein-Probleme. Mit Veith und Brunner muss man die in der Weltcup-Startliste auf den Plätzen 6 bzw. 9 liegenden ÖSV-Damen vorgeben. Nächstbeste ist mit Katharina Liensberger (12.) schon eine Slalom-Spezialistin.

Der jungen Vorarlbergerin (21) einen „Marco-Schwarz-Effekt“ zuzutrauen, ist für Kriechbaum aber kein Thema. „Wir haben mit Kathi oder Ricarda Haaser schon welche, die im Aufwind sind. Mit den Expertinnen wie Viktoria Rebensburg oder Mikaela Shiffrin mitzufahren, ist derzeit aber sicher noch nicht möglich. Und auf eine Wiederauferstehung von Brem oder eine Überraschung von Julia Scheib zu hoffen, wäre etwas übermäßig.“

Läuferinnen wie der zuletzt im Slalom so gebeutelten Bernadette Schild käme eventuell zugute, „dass im Riesentorlauf die Erwartungshaltung kaum vorhanden ist und sie also bedingungslos angreifen kann.“ Unter dem Strich gelte eines, so Kriechbaum: „Die Hoffnung stirbt zuletzt.“




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