Letztes Update am Mo, 14.01.2019 13:39

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


ÖHV-Kongress - Köstinger bekräftigt Solidarität mit Hoteliers



Wien/Villach/Velden (APA) - Zum Start des Jahreskongresses der Österreichischen Hoteliervereinigung (ÖHV) in Kärnten gab es verbal starke Rückendeckung vonseiten der Politik. „Diese Bundesregierung arbeitet ganz klar dafür, dass wir unseren Wirtschaftsstandort stärken“, sagte Tourismusministerin Elisabeth Köstinger in ihrer Begrüßungsrede. Dem Tourismus soll dabei „sein Stellenwert gegeben“ werden.

„Einiges an Fehlern der Vergangenheit“, sprich der vorangegangenen Regierung, sei gutzumachen. „Wir wollen als Bundesregierung hier wirklich Zeichen setzen.“ Gelegenheit dazu gibt es noch genug.

Auf der Wunschliste der Hoteliers stehen immer noch eine Senkung der steuerlichen Abschreibungsdauer auf Gebäude von derzeit 40 auf 25 Jahre, eine Adaptierung des Lehrberufs und der Rot-Weiß-Rot-Karte, aber auch ein österreichweit einheitlicher rechtlicher Rahmen für Online-Kurzzeitvermieter wie Airbnb, die derzeit im legalen Graubereich arbeiten und den herkömmlichen Hotels zunehmend das Geschäft abgraben.

„Ich habe nichts gegen die ‚Sharing Economy‘, sondern was man daraus gemacht hat und dass ihnen niemand Einhalt gebietet“, betonte ÖHV-Präsidentin Michaela Reitterer, die in der gestrigen ÖHV-Generalversammlung ein drittes und somit laut Statuten letztes Mal für weitere drei Jahre in dieser Funktion bestätigt wurde. Hotels müssen eine ganze Reihe von behördlichen Auflagen erfüllen, Airbnb & Co keine.

„Wir wollen klare Regeln für die Plattformen und gleiche Wettbewerbsbedingungen für alle und wir arbeiten daran“, bekräftigte auch Köstinger.

Bereits erreicht haben die heimischen Touristiker die Senkung der (ermäßigten) Mehrwertsteuer auf Nächtigungen von 13 auf 10 Prozent per 1. November 2018, also rechtzeitig zu Beginn der laufenden Wintersaison 2018/19. „Das war kein Geschenk an eine Branche, sondern soll ein Anreiz sein für Investitionen, wo sie notwendig sind“, meinte die Ministerin. Ein „weiteres großes Anliegen“ sei es gewesen, das Versprechen einzulösen, „die notwendige Flexibilisierung der Arbeitszeiten herzustellen“, so Köstinger mit Blick auf den 12-Stunden-Tag.

„Neben den Maßnahmen, die wir bereits umgesetzt haben, ist es mir wichtig, dem Tourismus einen strategischen Rahmen zu geben“, meinte die Tourismusministerin weiters. Im neuen „Plan T“ bzw. Masterplan für Tourismus, der seit Monaten unter Beteiligung der gesamten Branche - also auch der Tourismusmarketingorganisation Österreich Werbung, der Wirtschaftskammer Österreich und des ÖHV - in Ausarbeitung ist, soll demnach auch das Thema Digitalisierung gebührend berücksichtigt werden. Das Ergebnis wird laut Köstinger am 21. März in Salzburg präsentiert.

„Diese Strategie wird der Startschuss für eine neue Qualität der Tourismuspolitik in Österreich sein“, stellte die Ministerin in Aussicht. Der Masterplan solle „eine laufende Auseinandersetzung sicherstellen“.

Ein Thema, das ihr sehr am Herzen liege, sei die Nachhaltigkeit - ökonomisch, ökologisch und sozial. „Es wird ganz zentral sein, dass wir Nachhaltigkeit ganzheitlich verstehen“, so Köstinger. Mit einer „Transformation des Wirtschaftssystems“ sollen wir „wegkommen von der Wegwerfgesellschaft“. Konkret bedeute dies etwa Abfallvermeidung, Verzicht auf Plastik(müll) und höhere Energieeffizienz. Erneuerbaren Energien soll ein höherer Stellenwert beigemessen werden. E-Mobilität wird gefördert.




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