Letztes Update am Mo, 14.01.2019 14:04

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Staatsanwaltschaft wirft Danziger Messerstecher versuchten Mord vor



Danzig (Gdansk) (APA/dpa) - Nach der Messerattacke auf den Danziger Bürgermeister wirft Polens Staatsanwaltschaft dem mutmaßlichen Täter versuchten Mord vor. Der 27-Jährige habe nach vorläufigen Erkenntnissen aus niederen Beweggründen gehandelt, sagte am Montag der stellvertretende Generalstaatsanwalt Krzysztof Sierak.

Die Ermittlungen gegen den Mann dauerten an, eine Anklage stand zunächst aus. Medienberichten zufolge war Rache das Motiv für die Tat.

Der vorbestrafte Danziger hatte den parteilosen Adamowicz während einer Benefizveranstaltung am Sonntagabend auf offener Bühne mit einem Messer attackiert. Die Klinge war laut Staatsanwaltschaft fast 15 Zentimeter lang. Ärzte bangten am Montag weiter um Adamowiczs Leben. Er habe eine fünfstündige Operation überlebt, sei aber in sehr ernstem Zustand, teilten Ärzte des Danziger Universitätsklinikums mit. Der Politiker erlitt demnach schwere Verletzungen an Herz, Zwerchfell und Organen im Bauchraum.

Beim Angreifer schlossen die Ermittler eine psychische Erkrankung nicht aus und kündigten eine psychologische Untersuchung an. Der Täter hatte nach der Tat gerufen, dass er unschuldig in Haft gewesen sei, wie in polnischen Medien verbreitete Videoaufnahmen zeigten. Daran gab er Adamowiczs ehemaliger Partei Bürgerplattform PO die Schuld, wie es hieß. Der Mann war polnischen Behörden zufolge wegen mehrerer bewaffneter Banküberfälle fünfeinhalb Jahre in Haft.




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