Letztes Update am Mo, 14.01.2019 14:42

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Friedensverhandlungen zwischen Russland und Japan ohne Annäherung



Moskau (APA/dpa) - Die schwierigen Verhandlungen zwischen Russland und Japan über einen Friedensvertrag sind gleich bei Wiederaufnahme ins Stocken geraten. Die Differenzen seien weiter groß, sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow nach dem Gespräch mit seinem Kollegen Taro Kono am Montag in Moskau. Dabei beharrte er darauf, dass Japan auf die im Zweiten Weltkrieg verlorenen Kurilen-Inseln verzichtet.

Trotzdem werde es im Jänner ein Treffen zwischen Präsident Wladimir Putin und Regierungschef Shinzo Abe geben, sagte Lawrow nach russischen Agenturberichten. Der russische Minister forderte, Japan müsse vor Abschluss eines Vertrages die Ergebnisse des Zweiten Weltkriegs anerkennen „einschließlich der Souveränität der Russischen Föderation über die Inselgruppe der Kurilen“. Der Streit um vier japanische Inseln, die von der Sowjetunion 1945 besetzt worden sind, verhindert auch nach mehr als 70 Jahren eine vollständige Annäherung der Nachbarstaaten.

Putin und Abe hatten sich vergangenes Jahr geeinigt, die Gespräche über einen Friedensvertrag wieder zu intensivieren. Grundlage ist eine japanisch-sowjetische Einigung von 1956, die eine mögliche Rückgabe von zwei der vier Inseln vorsieht. Lawrow zeigte sich verärgert, dass ein Berater Abes eine mögliche Verständigung Russlands mit Japan gleich als Bündnis gegen China gedeutet habe. Kono äußerte sich nicht. Abe erwarte Putin im Sommer zu einem Gegenbesuch in Japan, sagte er zu Beginn des Treffens mit Lawrow.

(Grafik Nr. 0060-19, Format 88 x 115 mm)




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