Letztes Update am Mo, 14.01.2019 16:52

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Jihadistenallianz für türkische Offensive gegen syrische Kurdenmiliz



Beirut (APA/AFP) - Die Jihadistenallianz Hayat Tahrir al-Sham (HTS) hat sich für eine Offensive der Türkei gegen die Gebiete der syrischen Kurdenmiliz YPG ausgesprochen.

„Wir sind für die Befreiung dieser Region von der PKK (...) und würden kein Hindernis sein für eine Operation gegen die Feinde der (syrischen) Revolution“, sagte der HTS-Anführer Abu Mohammed al-Julani am Montag, wobei er die kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) gleichsetzte.

Die Türkei droht seit Wochen mit einer neuen Offensive gegen die syrische Kurdenmiliz. Ankara betrachtet sie als Bedrohung, da sie eng mit der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) verbunden ist, die seit Jahrzehnten gegen den türkischen Staat kämpft. Al-Julani sagte nun dem HTS-Organ „Amjad“, seine Gruppe betrachte die PKK als „Feinde dieser Revolution“, da sie Gebiete kontrolliere, die „von einer großen Zahl sunnitischer Araber bewohnt sind“.

Die Pläne der Türkei für eine Offensive gegen die YPG sorgen seit Tagen für Streit mit den USA, die die Gruppe im Kampf gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) unterstützen. Die USA und die Türkei betrachten HTS genauso wie die IS-Miliz als Terrororganisation. Vergangene Woche weitete HTS ihre Kontrolle über die Rebellenenklave Idlib im Nordwesten Syriens nach heftigen Kämpfen mit protürkischen Rebellen aus.

Die Türkei hatte sich in den Monaten zuvor bemüht, den Einfluss von HTS in Idlib zu begrenzen. In Idlib gilt seit einem von der Türkei und Russland getroffenen Abkommen im September eine brüchige Waffenruhe zwischen Rebellen und Regierung. Diese hatte im September mit einer Offensive auf die letzte Rebellenbastion des Landes gedroht, wobei sie zur Begründung auf die Präsenz der „Terroristen“ von HTS verwiesen hatte.




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