Letztes Update am Di, 15.01.2019 00:28

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


US-Botschafter Grenell bekräftigte Sanktionsdrohungen wegen Pipeline



Berlin (APA/dpa) - Der US-Botschafter in Deutschland, Richard Grenell, hat die Sanktionsdrohungen gegen deutsche Firmen bekräftigt, die sich an der Gaspipeline Nord Stream 2 beteiligen. „Firmen die im Bereich des russischen Energie-Exportsektors arbeiten, riskieren eventuelle Sanktionen“, sagte Grenell der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“ (Dienstag).

Die US-Regierung und der US-Kongress hätten „klare Vorbehalte bezüglich Energiesicherheit und den geopolitischen Auswirkungen von Nord Stream 2“. Nord Stream 2 soll Gas direkt von Russland über die Ostsee nach Deutschland transportieren. Mehrere deutsche Unternehmen sind an der Pipeline beteiligt. Grenell hatte in einem am Wochenende bekannt gewordenen Brief an der Pipeline beteiligten Konzernen damit gedroht, sie würden sich einem „erheblichen Sanktionsrisiko“ aussetzen. Der Bau der 1.200 Kilometer langen Trasse hat unter anderem in Deutschland bereits begonnen.

Die USA, die Ukraine und einige östliche EU-Staaten wollen das Projekt stoppen. Sie argumentieren, dass von Russland eine Bedrohung ausgehe. Für die Ukraine und andere osteuropäische Länder sind Transitgebühren für russisches Gas zudem eine wichtige Einnahmequelle. Zudem möchten die USA ihr eigenes Flüssiggas in Europa verkaufen.

Grenell verwies auf einen Beschluss des Europäischen Parlaments, das den Pipelinebau verurteilt habe. „Deutschland sollte die Bedenken anderer EU-Mitgliedstaaten und seiner Nachbarn hinsichtlich negativer Auswirkungen des Pipelineprojektes auf sie berücksichtigen.“




Kommentieren