Letztes Update am Di, 15.01.2019 09:35

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Mindestens 200 Festnahmen nach Benzinpreisprotesten in Simbabwe



Harare (APA/dpa/AFP) - Bei Protesten gegen eine Verdoppelung des Benzinpreises in Simbabwe sind mindestens 200 Menschen festgenommen worden. Eine Person wurde getötet und mehrere Demonstranten wurden bei Zusammenstößen mit Sicherheitskräften verletzt, wie Innenminister Owen Ncube am Dienstag erklärte. Am Vorabend war von mehreren Toten die Rede gewesen.

Die Polizei hatte zur Unterdrückung der Proteste am Montag teilweise auch scharf geschossen. In Armenvierteln am Rande der Hauptstadt Harare patrouillierten auch Soldaten. Am Dienstag blieben in der Innenstadt - einem Aufruf der Gewerkschaften folgend - fast alle Geschäfte geschlossen.

Die Proteste richteten sich gegen die am Wochenende beschlossene Benzinpreiserhöhung und gegen Präsident Emmerson Mnangagwas gescheiterte Wirtschaftspolitik. Die Regierung machte die Opposition für die Zusammenstöße verantwortlich. Am Montagabend verübten Unbekannte einen Brandanschlag auf den Sitz der größten Oppositionspartei MDC; es entstand nur Sachschaden.

Das arme Land im südlichen Afrika befindet sich in seiner schwersten Wirtschaftskrise seit einer Phase der Hyperinflation vor zehn Jahren. Die Regierung hat den Preis für einen Liter Benzin ab sofort von rund 1,30 US-Dollar auf rund 3,30 US-Dollar (etwa 2,90 Euro) erhöht.

Mit der umstrittenen Preiserhöhung will Mnangagwa nach eigenen Angaben den Versorgungsengpass bei Treibstoffen in seinem Land beheben. Benzin und Diesel sind in Simbabwe seit Oktober knapp, weil es dem Land an Devisen fehlt. Während der vergangenen Wochen hatte sich der Mangel nochmals deutlich verschärft. Zuletzt hatten Autofahrer teilweise nächtelang vor den Tankstellen gewartet.




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