Letztes Update am Di, 15.01.2019 10:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Internationale Pressestimmen zur Brexit-Abstimmung



London (APA/dpa) - Zur Brexit-Abstimmung im britischen Unterhaus schreiben die Zeitungen am Dienstag:

„El Mundo“ (Madrid):

„Falls Westminster das Abkommen (Londons mit der EU über den Brexit) kippt, wird die Ungewissheit wieder das europäische Szenarium beherrschen. Es wird unendlich viele Zweifel und keine einzige Gewissheit darüber geben, was ab morgen passieren wird. In Brüssel spannt man unterdessen den Karren vor den Ochsen. Dort spricht man bereits über die Möglichkeit eines mehrmonatigen Aufschubs des Brexits, ohne dass klar ist, was man gewinnen kann, wenn man die Zeit wie einen Kaugummi dehnt. Die große Unverantwortlichkeit, die man mit der Organisation des Referendums gezeigt hat, hat in die Sackgasse geführt. Die Briten kommen nicht voran und legen den Rest Europas lahm.“

„Times“ (London):

„Es ist kein Wunder, dass eine parteiübergreifende Allianz von Hinterbänklern nach einem Weg sucht, Kontrolle über den Prozess (des EU-Austritts) zu erlangen. Doch diese Gruppe ist anscheinend unfähig, sich auf mehr zu verständigen, als dass ein Brexit ohne Abkommen mit der EU verhindert werden soll. Manche sind für ein zweites Referendum, andere wollen einen Deal nach Vorbild Norwegens oder eine permanente Zollunion. (...) Mit der Ablehnung des Vorschlags von Theresa May begibt sich Großbritannien auf unbekanntes Terrain. Die Premierministerin hat das Vertrauen ihres Kabinetts, ihrer Partei und des Parlaments verloren. Dennoch versucht sie offenbar, sich mit dem selben gescheiterten Plan weiter zu schleppen. Das Land sollte sich auf ein lang anhaltendes Chaos einstellen.“

„Neatkariga Rita Avize“ (Riga):

„Nach monatelangen Kontroversen hinter den Kulissen und fünf Tagen offizieller Debatte wird das britische Unterhaus über die Billigung der von der Regierung und der EU vereinbarten Brexit-Bedingungen entscheiden. Trotz der verzweifelten Bemühungen der Premierministerin Theresa May und anderer Amtspersonen neigt eine Mehrheit der Parlamentarier dazu, die Vereinbarung abzulehnen. Sollte dies tatsächlich passieren, gibt es eine ganze Reihe von Szenarien für den weiteren Verlauf der Ereignisse - beginnend mit einem chaotischen Brexit am Abend des 29. März und endend mit dem Verbleib des Vereinigten Königreichs in der EU.“




Kommentieren