Letztes Update am Di, 15.01.2019 10:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Eisschmelze in der Antarktis vollzieht sich schneller als je zuvor



Tampa (Florida)/Antarktis (APA/AFP) - Die Eisschmelze in der Antarktis vollzieht sich schneller als je zuvor und dürfte zu einem gefährlichen Anstieg der Meeresspiegel führen. Schon 1979 bis 2017 habe die Eisschmelze am Südpol einen Meeresspiegelanstieg um rund eineinhalb Zentimeter verursacht, heißt es in der Untersuchung, die am Montag im US-Fachblatt „Proceedings of the National Academy of Sciences“ (PNAS) veröffentlicht wurde.

Da dieser Prozess durch die Erderwärmung weiter fortschreite, erwarte er „einen Meeresspiegelanstieg durch die Antarktis um mehrere Meter in den kommenden Jahrhunderten“, erklärte Studienautor Eric Rignot, der den Fachbereich Erdsystemforschung an der University of California in Irvine leitet.

Von 1979 bis 1990 waren den Angaben zufolge im Jahresschnitt 40 Milliarden Tonnen Eis in der Antarktis geschmolzen. In den Jahren 2009 bis 2017 habe der jährliche Eisverlust 252 Milliarden Tonnen betragen und damit mehr als das Sechsfache.

Noch mehr Sorgen bereitet es den Studienautoren, dass in Gebieten in der Ost-Antarktis, die früher als immun gegenüber der Erderwärmung galten, ebenfalls eine Menge Eis abschmolz. „Diese Region ist wahrscheinlich empfindlicher gegenüber dem Klima als traditionell angenommen, und das ist wichtig zu wissen, weil sie sogar über mehr Eis verfügt als die Westantarktis und die Antarktishalbinsel zusammen“, warnen die Forscher in der Studie.

Bei weitem das meiste Eis in der Antarktis gibt es im Osten. Wenn dort das gesamte Eis schmölze, würde der Meeresspiegel um knapp 52 Meter steigen. Beim vollständigen Abschmelzen der Eisvorkommen in der Westantarktis läge der Anstieg hingegen bei rund 5,20 Meter. Daher müsse der Ostantarktis jetzt „größere Aufmerksamkeit“ gewidmet werden, heißt es in der Studie.

Für die Studie hatten die Wissenschafter die bisher längsten Untersuchungen zum Antarktis-Eis genutzt. Sie beruhen auf hochauflösenden Luftbildern der Nasa sowie Satellitendaten mehrerer Raumfahrtbehörden.




Kommentieren