Letztes Update am Di, 15.01.2019 11:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


EZB nimmt Italiens Banken ins Visier, Aktien in Mailand unter Druck



Rom/Frankfurt (APA) - Die Europäische Zentralbank (EZB) nimmt italienische Banken ins Visier. Nachdem Monte Paschi di Siena (MPS) nach eigenen Angaben ein Warnschreiben der EZB erhalten hat, prüft die Notenbank laut der Mailänder Wirtschaftszeitung „Sole 24 Ore“ die Lage italienischer Geldhäuser in Sachen fauler Kredite. Die Bankaktien in Mailand gerieten am Dienstag stark unter Druck.

Im Warnschreiben an die Krisenbank MPS ist von „beträchtlichen Herausforderungen“ die Rede, vor denen die Bank bei der Rückkehr an den Kapitalmarkt stehe. Die EZB weist in ihrem Brief auf Schwächen bei der Kapitalausstattung und der Profitabilität, sowie auf die geringen Rückstellungen für faule Kredite hin. Der Handel mit der MPS-Aktie ist seit Montag ausgesetzt.

Laut „Sole 24 Ore“ plant die EZB ähnliche Warnschreiben an alle italienischen Banken. Darin werden die Geldhäuser aufgefordert, bis 2026 ihr Portfolio fauler Kredite stark abzubauen. Italiens Bankensystem ist von faulen Krediten im Wert von 37,5 Milliarden Euro belastet, berichtete das Blatt.

Die Berichte über die EZB-Pläne sorgten für Aufruhr in Mailand. Die Aktie der Bank UBI meldete einen Rückgang von 6,9 Prozent, Banco BPM verlor 6,6 Prozent ihres Wertes. Auch die Bank-Austria-Mutter UniCredit meldete einen Kursrückgang von 3,5 Prozent.

~ WEB http://www.ecb.int ~ APA216 2019-01-15/11:42




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