Letztes Update am Di, 15.01.2019 11:51

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Krebszellen in Fettzellen umprogrammiert



Basel (APA/sda) - Einem Wissenschafterteam der Universität Basel ist es in Studien an Mäusen gelungen, mit einer Kombinationstherapie Krebszellen in Fettzellen umzuwandeln. Dadurch konnten die Tumorzellen keine Metastasen mehr bilden.

Tumorzellen sind extrem wandlungsfähig: Sie können zu „Nomaden“ werden, die den Primärtumor verlassen und über das Blut in andere Körperregionen wandern, wo sie wiederum sesshaft werden und Metastasen, bilden. Bei der Umwandlung von sesshaften zu mobilen Krebszellen spielt ein zellulärer Prozess eine wichtige Rolle, der normalerweise in der Embryonalentwicklung abläuft und die Entwicklung von Organen ermöglicht. Dieses zelluläre Programm namens „epithelial-mesenchymale Transition“, kurz EMT, haben sich Wissenschafter um Gerhard Christofori von der Universität Basel zunutze gemacht, um einen neuen therapeutischen Ansatz zu entwickeln.

Mithilfe zweier bekannter Wirkstoffe steuerten sie in Versuchen mit Mäusen das EMT-Programm so, dass aus metastasierenden Brustkrebszellen schließlich Fettzellen wurden. Die entsprechende Publikation ist in „Cancer Cell“ erschienen. Die umgewandelten Zellen können sich nicht mehr vermehren und seien kaum von normalen Fettzellen zu unterscheiden, schrieb die Uni Basel in einer Aussendung. Vor allem können sie keine Metastasen mehr bilden.

Bei den verwendeten Wirkstoffen handelte es sich um Rosiglitazon, ein bei Typ-2-Diabetes eingesetztes Medikament, und um das Arzneimittel Trametinib gegen das Wachstum und die Ausbreitung von Krebszellen. In Kombination mit konventioneller Chemotherapie könnten diese Wirkstoffe künftig das Wachstum des primären Tumors und die Bildung von Metastasen gleichzeitig unterdrücken, hofft Christofori. Dazu müssen aber erst Studien an Patienten erfolgen.




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