Letztes Update am Di, 15.01.2019 13:15

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leitspital 2 - Drexler hält an Plänen fest: „Vorwahlkampf-Aktion“



Liezen (APA) - Der steirische Gesundheitslandesrat Christopher Drexler (ÖVP) nahm die bevorstehende Volksbefragung zur Kenntnis, nannte sie eine legitime demokratische Möglichkeit, aber hielt sie eher für eine „Vorwahlkampf-Aktion“. Die Befragung eines Bezirks würde nichts am „Gesundheitsplan 2035“ ändern. Das Ergebnis einer Volksbefragung sei rechtlich nicht bindend und daher auch nicht für ihn.

Drexler betonte, dass die Gesundheitsversorgung mit dem Leitspital besser werde. Zu diesem Krankenhaus würden viele niedergelassene Ärzte sowie Gesundheitszentren kommen: „Wir können nicht in jedem Ort ein Spital hinstellen.“ Er wolle weiterhin sachlich Argumente austauschen und nichts „hochschaukeln“. Vor dem Hintergrund der aktuellen Schneesituation zeigte er gewisses Verständnis für Sorgen, „aber wir können deswegen jetzt nicht alles anders machen“, so der Landesrat. Nicht jedes Jahr würde soviel Schnee fallen und es habe sich gezeigt, dass das Notarztsystem „exzellent funktionierte“.

Drexler hielt im APA-Gespräch am lange diskutierten und konzipierten Gesundheitsplan fest: „Ein Bezirk wird nicht entscheiden, dass der Plan nicht kommt.“ Die Volksbefragung sei für ihn entsprechend dem Gesetz eine „Erforschung der Meinung der Bevölkerung“ und das Ergebnis sei in die Überlegungen einzubeziehen. Die anstehende, von FPÖ und KPÖ initiierte Befragung empfand er als ein „Schüren von Emotionen“.

Die steirischen Grünen begrüßten am Dienstag eine Volksbefragung: „Vor dem Hintergrund der noch immer ungeklärten Finanzierung des Spitals und den Rekordschulden der Steiermark werden wir ein Nein empfehlen“, sagten der Grüne Landtagsklubobmann Lambert Schönleitner und Gesundheitssprecherin Sandra Krautwaschl. Offen sei den Grünen zufolge was zum Beispiel mit den bestehenden Standorten passiert. „Gesundheitslandesrat Drexler kann bis heute weder die Finanzierung noch die Zukunft der drei Häuser klären - zum jetzigen Zeitpunkt kann man daher den Bau des neuen Leitspitals aus Grüner Sicht nur ablehnen“, so Schönleitner und Krautwaschl. Die Volksbefragung sei die „logische Folge“: „Bis jetzt ist die Landesregierung schuldig geblieben, wie sie die Probleme im niedergelassenen und im gesamten Gesundheitsbereich konkret lösen will - vielleicht nützt sie ja die Zeit vor der Volksbefragung, endlich Fakten auf den Tisch zu legen.“




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