Letztes Update am Di, 15.01.2019 13:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen rutschen zu Mittag ins Minus



Frankfurt am Main (APA) - Die Börsen in Europa tendierten am Dienstag im Verlauf weitgehend mit leichten Verlusten. Am Vormittag hatten die Leitindizes noch einheitlich im Plus notiert. Der 50 führende Unternehmen der Eurozone umfassende Euro-Stoxx-50 fiel um 6,24 Einheiten oder 0,20 Prozent auf 3.048,94 Punkte. Der DAX in Frankfurt notierte gegen 13.30 Uhr mit 10.822,28 Punkten und minus 33,63 Einheiten oder 0,31 Prozent.

Der FT-SE-100 der Börse London verlor um 4,54 Zähler oder 0,07 Prozent und steht nun bei 6.850,48 Stellen. Im Frühhandel hatten positive Impulse durch starke Schlussstände asiatischer Indizes überwogen. Dort hatte die Nachricht über mögliche Steuersenkungen für Unternehmen durch die chinesische Führung für Hoffnungen gesorgt, dass der Weltkonjunkturmotor wieder etwas an Schwung aufnehmen könnte.

Im Verlauf dürften dann die Sorgen rund um den Brexit die Überhand gewonnen haben. Im britischen Parlament wird am Abend über den Vertrag Großbritanniens mit der EU über die Beziehungen nach dem Ausstieg aus der Union abgestimmt. Derzeit zeichnet sich keine Mehrheit für die von Theresa May ausgehandelten Vereinbarung ab.

Für einen Dämpfer sorgte auch die Nachricht, dass die deutsche Wirtschaft nach zwei Boomjahren in Folge einen Gang zurückgeschaltet hat. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im vergangenen Jahr um 1,5 Prozent zu, nach jeweils 2,2 Prozent in den beiden Vorjahren, wie das Statistische Bundesamt anhand vorläufiger Daten mitteilte. 2018 war andererseits das neunte Wachstumsjahr in Folge seit 2010.

Bei den Einzelwerten konnten sich im Verlauf die Aktien der Deutschen Post an der Spitze des Euro-Stoxx-50 halten. Medienberichten zufolge könnte die Post mit April das Briefporto erhöhen. Der Kurs ging um 2,37 Prozent nach oben. An zweiter Stelle reihten sich die Titel von Airbus (plus 2,00 Prozent). Der Flugzeugbauer versucht bei seinem jüngsten und kleinsten Jet A220 weiter an der Kostenschraube zu drehen. Für Gewinne seien allerdings „deutliche Kostensenkungen im zweistelligen Prozentbereich“ notwendig, sagte der Chef des Gemeinschaftsunternehmens mit Bombardier.

Die Freude über die Absatzzahlen des französischen Autokonzerns PSA hielt sich in Grenzen: Nach zunächst deutlicheren Gewinnen standen die Titel des Autobauers zuletzt nur noch moderat im Plus. Die Franzosen hatten zwar 2018 einen Verkaufsrekord erreicht. Doch in Asien war der Absatz um rund ein Drittel eingebrochen - die noch im Frühjahr 2018 angepeilte Jahresmarke von vier Millionen verkauften Autos verfehlte der Konzern.

Der Versicherer Swiss Re verschreckte die Anleger mit hohen Kosten im Schlussquartal 2018. Schuld daran waren vor allem große Naturkatastrophen wie die Brände in Kalifornien und Taifune in Japan. Die Aktien büßten gut ein Prozent ein.

Unter den Londoner Nebenwerten stürzten Provident Financial um gut 17 Prozent ab. Der Kreditspezialist für Kunden minderer Bonität teilte mit, dass sein Gewinn 2018 am unteren Ende der Markterwartungen liegen werde.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA349 2019-01-15/13:54




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