Letztes Update am Di, 15.01.2019 14:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Große „Märsche für das Leben“ in Washington und Paris



Washington/Paris/San Francisco (APA) - Trotz eingeschränkter finanzieller Unterstützung wegen der Budgetsperre in den USA erwarten die Veranstalter des „March for Life“ („Marsch für das Leben“) laut Kathpress am Freitag mehrere Hunderttausend Demonstranten in Washington. Mit der Demonstration erinnern Abtreibungsgegner jedes Jahr an das Grundsatzurteil zur Abtreibung (Roe v. Wade) des Obersten US-Verfassungsgerichts von 1973.

Damals entschieden die Richter mehrheitlich, dass Schwangerschaftsabbrüche nicht strafrechtlich verfolgt werden. „Wir planen einen Marsch, auch wenn die Budgetsperre der Regierung noch nicht aufgehoben ist“, heißt es auf der Internetseite der Veranstalter. „Wir marschieren seit 45 Jahren und werden auch in diesem Jahr wieder marschieren, um Menschenrechtsverletzungen durch Abtreibung zu beenden.“

Das diesjährige Motto „Unique From Day One: Pro-life Is Pro-science“ („Einzigartig vom ersten Tag an: Pro-Life ist Pro-Wissenschaft“) stellt wissenschaftliche Erkenntnisse in den Mittelpunkt. Diese zeigten „die Menschlichkeit des ungeborenen Kindes vom Moment der Empfängnis an“, heißt es.

Zu den Rednern der Großveranstaltung gehören den Angaben zufolge unter anderen drei republikanische Mitglieder des Kongresses sowie eine Demokratin. Bereits am Donnerstagabend findet im größten Gotteshaus Nordamerikas, der katholischen Basilika des Nationalheiligtums der Unbefleckten Empfängnis in Washington, eine Gebetsvigil statt. Den Abschluss des Marsches bildet tags darauf ein „Gebet für die Opfer der Abtreibung“ unweit des Kapitols.

Stärker denn je werden sich heuer auch orthodoxe Christen an dem alljährlichen „March for Life“ in Washington beteiligen, berichtete der „Pro Oriente“-Informationsdienst im Vorfeld. Demnach werden orthodoxe Christen aus allen Jurisdiktionen mit ihren Bischöfen in der US-Hauptstadt erwartet. Ein ähnlicher Marsch - ebenfalls mit starker orthodoxer Beteiligung - findet am 26. Jänner in San Francisco statt.

Bereits am Sonntag gehen Christen in der französischen Hauptstadt Paris gegen Abtreibung und eine Legalisierung von Sterbehilfe auf die Straße. Zum 13. „Marche pour la vie“ werden dort erneut mehrere Zehntausend Teilnehmer erwartet. Die Initiative wird von zahlreichen Organisationen unterstützt, darunter mehrere katholische Verbände.

Die Organisatoren erhielten im Voraus eine ermutigende Botschaft von Papst Franziskus, die ihnen durch den Apostolischen Nuntius in Frankreich, Luigi Ventura, übermittelt wurde, wie das Portal „Vatican News“ am Dienstag berichtete. In der „festen Überzeugung, dass man ‚alles Übel, das in der Welt geschieht, so zusammenfassen [könnte]: die Verachtung des Lebens‘ (Generalaudienz vom 10. Oktober 2018) ermutigt der Papst, unaufhörlich Zeugnis abzulegen von den unveräußerlichen Werten der Menschenwürde und des Lebens,“ schrieb der Nuntius.




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