Letztes Update am Di, 15.01.2019 17:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Asien und USA pushten 2018er-Umsätze der Schweizer Uhrenindustrie



Genf (APA/awp/sda) - Die Schweizer Uhrenindustrie blickt auf ein gutes Jahr 2018 zurück. Die asiatischen Märkte haben sich erholt und auch das Geschäft in den USA lief gut. Jean-Daniel Pasche, Präsident des Schweizerischen Uhrenverbands (FH), geht für 2019 von weiterem Wachstum aus, wie er im Gespräch mit AWP erklärte. Das Marktumfeld bleibt allerdings von politischen und konjunkturellen Unsicherheiten belastet.

„Im Jahr 2018 haben die Schweizer Uhrenexporte nach elf Monaten verglichen mit dem Vorjahr um 7 Prozent zugelegt und ich bin zuversichtlich, dass wir auch in der gesamten 2018er-Statistik ein gutes Wachstum sehen werden“, sagte Pasche am Montag gegenüber AWP. Die Zahlen für das Gesamtjahr werden am 29. Jänner publiziert.

Nicht nur die Nachfrage in Festlandchina und Hongkong habe sich gut entwickelt, so Pasche. Auch in andere Länder Asiens wie Südkorea oder Japan sowie in die USA seien deutlich mehr Schweizer Zeitmesser exportiert worden als noch 2017.

Gegen Ende des Jahres hat die Wachstumsdynamik in der Exportstatistik jedoch etwas nachgelassen. Das zeigte sich auch in den am vergangenen Freitag vom Genfer Luxusgüterkonzern Richemont vorgelegten Umsatzzahlen zum Schlussquartal. Richemont begründete die tieferen Wachstumsraten in erster Linie mit der geringeren Nachfrage aus Hongkong und einer enttäuschenden Entwicklung in Europa.

Das Geschäft in Europa bereitet auch Jean-Daniel Pasche etwas Kummer. Er hofft, dass sich die Lage im neuen Jahr bessern wird und wieder vermehrt Touristen aus Asien die Metropolen Europas bereisen und sich auf ihren Reisen mit Uhren eindecken werden. Ende 2018 hatten die „Gelbwesten“-Unruhen in Frankreich dazu geführt, dass die Luxusgüter-Boutiquen in Paris an sechs aufeinanderfolgenden Tagen geschlossen blieben.

In Großbritannien drückt derzeit die Sorge vor einem ungeordneten Brexit auf die Stimmung. „Großbritannien ist für Schweizer Uhrenhersteller sehr wichtig. Es handelt sich dabei um den größten europäischen Absatzmarkt“, betonte Pasche. Für die Branche sei es äußerst wichtig, dass die Schweiz mit Großbritannien ein Freihandelsabkommen unterzeichnen werde, um die Zeit nach dem Brexit zu regeln, forderte Pasche.

Mit Blick auf die weltweite Entwicklung rechnet der Verbandspräsident 2019 mit weiterem Wachstum. „Das Geschäft im neuen Jahr dürfte so laufen, wie das alte Jahr aufgehört hat - nämlich mit Wachstum in Asien und den USA“, ist Pasche überzeugt. Es gebe in der Exportstatistik noch Raum nach oben, schließlich sei der Rekord aus dem Jahr 2014 noch nicht wieder erreicht. Damals wurden Uhren im Wert von 22,3 Mrd. Franken (19,8 Mrd. Euro) exportiert.

Eine Prognose, wie stark das Wachstum 2019 ausfallen wird, wollte Pasche nicht nennen. Zu groß seien die Unsicherheiten, die je nach dem auf die Stimmung der Konsumenten drücken könnten. Nebst den Brexit-Risiken strich Pasche die Gefahr einer Eskalation des chinesisch-amerikanischen Handelsstreits hervor.




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