Letztes Update am Di, 15.01.2019 17:44

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - „Vater des Hauses“ und EU-Freund Clarke stimmt mit Ja



London (APA) - Zumindest auf die Stimme des „Father of the House“ darf die britische Premierministerin Theresa May zählen. Der konservative Abgeordnete Ken Clarke (78), mit 49 Jahren Parlamentszugehörigkeit dienstältester Mandatar, hat in der Debatte über den Brexit-Deal am Dienstag seine Zustimmung angekündigt. Ein Votum, das ihm ganz und gar nicht leicht fällt, gilt er doch auch als größer EU-Freund im Unterhaus.

„Ich bin zweifellos ein Hardliner des EU-Verbleibs. Ich glaube nicht, dass es in diesem Haus jemanden gibt, der diesbezüglich eine härtere Linie hat als ich“, verwies der Ex-Minister auf sein jahrzehntelanges Eintreten für die EU-Mitgliedschaft Großbritanniens. „Ich glaube mein ganzes Leben lang an das europäische Projekt und keine Meinungsumfrage wird mich zum Umdenken bringen“, sagte er in Anspielung auf das Brexit-Referendum im Jahr 2016, bei dem sich eine knappe Mehrheit der Briten für das Verlassen der Europäischen Union ausgesprochen habe.

Trotzdem werde er für das Austrittsabkommen stimmen. Dieses ermögliche nämlich den Beginn von Verhandlungen, um ein möglichst enges künftiges Verhältnis zwischen London und den EU-27 sicherzustellen, argumentierte Clarke. Dafür solle man sich so viel Zeit nehmen wie nötig. Dass der EU-Austritt Großbritannien seine Souveränität zurückgebe, sei eine „Illusion“, wies er die Hoffnung auf bessere Handelsdeals etwa mit den USA zurück. Man müsste dann vielmehr das umsetzen, was der von Lobbys beeinflusste US-Kongress bestimme und europäische Standards aufgeben, damit aus Massenproduktion stammende US-Agrarprodukte ins Land gelassen werden könnten.




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