Letztes Update am Mi, 16.01.2019 05:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Salzburger Hobby-Meteorologe lag bisher weit daneben



Saalfelden (APA) - Er taucht jedes halbe Jahr so sicher in den Salzburger Regionalmedien auf wie das Murmeltier zu Mariä Lichtmess in den USA: Bienenzüchter und Hobby-Meteorologe Horst Nöbl aus Saalfelden (Pinzgau) mit seinen Langzeitprognosen für das Wetter. Bei seiner Vorhersage für den laufenden Winter lag er allerdings bisher weitgehend daneben, wie ein APA-Vergleich mit dem tatsächlichen Wetter zeigte.

Den vergangenen November sagte der pensionierte stellvertretende Leiter der Wildbachverbauung im Pinzgau jedenfalls komplett falsch voraus: Trüb, niederschlagsreich und kühl sollte es werden, in die Statistik der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZG) ging der Monat dann als einer der fünf trockensten November der letzten 160 Jahre und als einer der zehn wärmsten der 252-jährigen Messgeschichte ein.

Während Nöbl dann im Dezember mit dem Weihnachts-Tauwetter wieder richtig lag, war sein ebenfalls vorhergesagter Wintereinzug im Jänner weit von der Realität entfernt: Er kündigte durchschnittliche Temperaturen und eine Schneedecke im Bereich des langjährigen Mittels voraus, tatsächlich gab es laut ZAMG in den ersten beiden Wochen Rekordmengen an Neuschnee. „Die statistische Wiederkehrzeit ist für die Rekordorte schwer zu erfassen, liegt aber über 100 Jahre, etwa für die 451 Zentimeter Neuschneesumme in Hochfilzen“ (wenige Kilometer von Saalfelden entfernt, Anm.), so die ZAMG.

Der Pensionist sammelt seit 1970 eigene Daten. Er beobachtet etwa den Beginn der Pflanzenblüte, das Pflanzenwachstum, die Menge des Waldhonigs seiner Bienen und andere Naturerscheinungen. Seine Prognosen über ganze Saisonen stoßen medial breit auf Anklang und werden gerne übernommen. Ob sie auch stimmen, wird aber im Nachhinein kaum überprüft.

Für Februar 2019 hat der Hobby-Meteorologe übrigens „strenge Kälte und sogar überdurchschnittliche Schneemengen“ vorhergesagt. Die Aussicht auf noch mehr Schnee dürfte den Einsatzkräften derzeit durchaus die Schweißperlen ins Gesicht treiben. Denn auf Fehlprognosen können sie sich bei Nöbl auch nicht verlassen: Mit dem von ihm vorhergesagten heißen, trockenen Sommer hat er im zumindest im Vorjahr weitgehend recht behalten.




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