Letztes Update am Mi, 16.01.2019 08:05

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Nordische WM: Seefeld 2019 vierte Nordische Titelkämpfe in Österreich



Seefeld/Wien (APA) - Österreich ist ab 20. Februar zum vierten Mal Gastgeber von Nordischen Ski-Weltmeisterschaften. Nach Innsbruck 1933, Seefeld 1985 und Ramsau 1999 versammelt sich die Elite im Skispringen, Skilanglauf und in der Nordischen Kombination erneut in Seefeld in Tirol. Bei den 52. Titelkämpfen wird in 21 Bewerben Edelmetall vergeben und ÖSV-Aktive haben in allen drei Sparten Chancen.

Bei den 10. Weltmeisterschaften in Innsbruck gab es in den nur fünf Bewerben zweimal Bronze für heimische Athleten - in der Kombination und durch die Langlauf-Staffel. Bis 1985, als Seefeld neun Jahre nach der Austragung der Olympia-Bewerbe der Winterspiele von Innsbruck auch WM-Schauplatz wurde, wuchs die Zahl der Bewerbe auf 13 an. Die Medaillengewinne österreichischer Sportler hielten da aber nicht mit. Für das 21-köpfige ÖSV-Aufgebot gab es zweimal Silber durch Andreas Felder sowie das Skispringerteam mit Felder, Ernst Vettori, Armin Kogler und Günter Stranner.

Im Skilanglauf wurde in Seefeld die Entwicklung zur freien oder Skating-Technik neben dem herkömmlichen klassischen Stil eingeleitet. Bei dem nach dem Finnen Pauli Siitonen benannten Schritt gleitet ein Ski in der Klassik-Spur, der zweite wird wie beim Schlittschuhschritt seitlich ausgeschert und ermöglicht mit dem Doppelstockschub höheres Tempo.

Königin bzw. König der Loipen waren die Norwegerin Anette Bö mit zweimal Gold und je einmal Silber und Bronze sowie der Schwede Gunde Svan mit zweimal Gold und Staffel-Bronze. In der Kombination triumphierte der aktuelle deutsche Cheftrainer Hermann Weinbuch ebenfalls zweimal, im Einzel und mit dem Team.

Die ÖSV-Langläufer um Franz Gattermann und den jungen Alois Stadlober gingen ebenso leer aus wie die Kombinierer Klaus Sulzenbacher und Günter Csar, deren beste Zeit erst ab 1991 kommen sollte.

Die 45. Titelkämpfe am Fuße Dachsteins und in Bischofshofen (Skispringen Großschanze) bescherten den Veranstaltern wegen enormer Schneefälle Probleme, groß war aber die Begeisterung der Fans über erstmals in allen drei Sparten eroberte ÖSV-Medaillen. Mit insgesamt sechs Stück Edelmetall (1-2-3) in 16 Bewerben gab es den sechsten Platz in der Medaillenwertung.

Maria Theurl eröffnete mit Bronze, der ersten ÖSV-Medaille im Damen-Langlauf, den Reigen, Stadlober eroberte bei seiner zweiten Heim-WM zunächst Silber (10 km klassisch). Den Höhepunkt aus heimischer Sicht bildete der Sieg der Herren-Langlauf-Staffel mit Stadlober, Markus Gandler, Michail Botwinow und Christian Hoffmann vor Norwegen. Botwinow sicherte sich zuletzt auch noch 50-km-Bronze. Walter Mayer wurde nach diesen unübertroffenen vier Medaillen zum Trainer des Jahres gekürt.

Mario Stecher rettete als 22-Jähriger mit Sprint-Silber im letzten Bewerb die Ehre der Kombinierer und für die Skispringer blieb bei den Triumphen der Deutschen (Martin Schmitt, Sven Hannawald) und Japaner (Kazuyoshi Funaki und der aktuelle Cheftrainer Hideharu Miyahira) Team-Bronze. Cheftrainer Mika Kojonkoski hatte Andreas Widhölzl, Martin Höllwarth, Stefan Horngacher und Reinhard Schwarzenberger nominiert.

In den Loipen dominierten Stefania Belmondo (Italien) und Larissa Lasutina (Russland) mit je zweimal Gold. Neben Schmitt schaffte auch noch der Kombinierer Bjarte Engen Vik (Norwegen) das Double, zudem holte er Silber mit dem Team. Übertroffen wurde dieses Quartett aber vom finnischen Langläufer Mika Myllylä. Seine Erfolge - er holte in Ramsau dreimal Gold (10, 30, 50 km) - wiesen im Rückblick jedoch auf die Doping-Problematik im Skilanglauf hin.

2001 wurde Myllylä bei der Heim-WM in Lahti wie seine Teamkollegen Harri Kirvesniemi und Jari Isometsä der Verwendung einer verbotenen Substanz überführt und gesperrt. Ein Comeback-Versuch Myllyläs scheiterte, er hatte später Alkoholprobleme, wurde straffällig und starb 2011 mit nur 41 Jahren.




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