Letztes Update am Mi, 16.01.2019 08:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Leitbörsen zur Eröffnung im Plus erwartet



Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Damit hatten die Märkte gerechnet: Das zwischen Großbritanniens Premierministerin Theresa May und der EU ausgehandelte Brexit-Abkommen wurde vom britischen Parlament klar abgelehnt. Börsianer reagieren am Mittwoch entsprechend abgeklärt. „Es hat den Anschein, als seien Händler und Investoren gut vorbereitet gewesen“, sagte Chefstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets.

Für den britischen Leitindex FTSE 100 zeichnet sich knapp eine Stunde vor der Eröffnung mit plus 0,2 Prozent eine etwas höhere Eröffnung ab und auch der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 wird um 0,5 Prozent fester erwartet. Der X-Dax als außerbörslicher Indikator für den Dax signalisierte ein Plus von 0,33 Prozent auf 10.928 Punkte. Damit bleibt die runde Marke von 11.000 Punkten, an der der Dax zuletzt mehrmals gescheitert war, in Schlagdistanz.

An der Wall Street hatten die großen Börsenindizes am Vorabend Gewinne eingefahren. In Fernost zeigten die Aktienmärkte keine einheitliche Richtung, größere Kursaufschläge gab es dort aber nicht.

Beschwichtigend wirken laut Marktexperte Thomas Altmann vom Vermögensverwalter QC Partners zudem Aussagen von EZB-Präsident Mario Draghi, der am Vortag vor dem EU-Parlament zwar vor einer erwarteten Wirtschaftsabschwächung sprach, aber nicht von einer Rezession ausgeht.

Mit 432 zu 202 Stimmen hatten die Abgeordneten in London am Dienstagabend gegen den Deal von Premierministerin Theresa May votiert. Der Machtkampf zwischen der Regierung und dem Parlament über den Brexit-Kurs dürfte sich nun noch weiter verschärfen. Großbritannien will die Europäische Union bereits am 29. März verlassen. Gibt es bis dahin keine Einigung, droht ein Austritt aus der Staatengemeinschaft ohne Abkommen. Für diesen Fall wird mit chaotischen Folgen für die Wirtschaft gerechnet. May muss sich an diesem Mittwoch einer Misstrauensabstimmung stellen.

Unternehmensseitig geht es zur Wochenmitte eher ruhig zu. Negative Nachrichten kamen an in Deutschland aus dem Nebenwertesegment vom Online-Möbelversender Home24, der im vergangenen Jahr weniger umgesetzt hat als zuletzt noch gehofft. Die im Sommer an die Börse gebrachte Rocket-Internet-Beteiligung hatte erst im November die Prognose für das währungsbereinigte Umsatzplus von rund 30 Prozent auf mehr als 20 Prozent gesenkt.

Der deutsche Chemiekonzern BASF denkt unterdessen offenbar über die Zukunft seines Pigment-Geschäfts nach. Das berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen. Vorbörslich bewegte dies die Aktien nicht.

In Zürich könnten die Aktien des Logistikkonzern Panalpina einen Blick wert sein. Der dänische Konkurrent DSV will das Schweizer Unternehmen schlucken. Einem unverbindlichen Vorschlag zufolge bietet DSV 170 Franken (150,9 Euro) pro Aktie, wie Panalpina am Mittwoch mitteilte. Der Preis von insgesamt rund vier Mrd. Franken setze sich aus Bargeld und DSV-Aktien zusammen. Der Verwaltungsrat von Panalpina prüfe den Vorschlag mit seinen Beratern und informiere zu gegebener Zeit weiter. DSV ist in Kopenhagen an der Börse notiert.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA085 2019-01-16/08:33




Kommentieren