Letztes Update am Mi, 16.01.2019 10:03

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Nordeuropäische Staaten auf No-Deal-Szenario vorbereitet



Wien (APA) - Der dänische Regierungschef Lars Lökke Rasmussen hat die Abstimmungsniederlage von Premierministerin Theresa May im britischen Parlament als „zutiefst bedauerlich“ bezeichnet. Man sei jetzt einen Schritt näher an einem chaotischen Brexit, schrieb Lökke am Dienstagabend auf Twitter. Es liege nun an den Briten, aus der Situation wieder herauszukommen.

Der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven bedauerte ebenfalls: Das vom britischen Unterhaus abgeschmetterte EU-Austritts-Abkommen sei der beste Weg für einen geordneten Brexit gewesen. Auch Löfven sieht Großbritannien, beziehungsweise - sollte sie die kommenden Stunden und Tage politisch überstehen - Theresa May am Zug. Schweden sei jedenfalls für jeden Fall, auch für einen harten Brexit gerüstet.

Finnlands Regierungschef Juha Sipilä forderte die in Finnland lebenden Briten auf, sich möglichst rasch bei der Einwanderungsbehörde zu melden und dort die Aufrechterhaltung ihrer Aufenthaltsberechtigung zu beantragen. Sipilä bezeichnete Mays Scheitern mit dem von ihrer Regierung mit der EU ausgehandelten Austrittsabkommen im eigenen Parlament als „bedauerlich, aber keine Überraschung“. Sowohl in Finnland als auch in der EU bereite man sich auch auf einen ungeordneten Brexit vor.

Die Außenministerin des Nicht-EU-Landes Norwegen, Ine Eriksen Söreide, sieht ihr Land ebenfalls auf einen No Deal vorbereitet, hoffte in einer ersten Reaktion auf Mays Niederlage dennoch auf eine parlamentarische Lösung in Großbritannien im Hinblick auf einen geordneten Brexit im Rahmen eines Abkommens mit der EU.




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