Letztes Update am Mi, 16.01.2019 10:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Situation in Salzburg etwas entspannt



Salzburg (APA) - Im Vergleich zu den Vortagen hat sich die Lawinen- und Verkehrssituation in Salzburg etwas verbessert. Am Mittwoch herrschte verbreitet erhebliche, in den Nordalpen teils noch große Lawinengefahr. Einige Straßensperren konnten mittlerweile aufgehoben werden, nur noch wenige Orte waren von der Außenwelt abgeschnitten. Das Skigebiet Obertauern war am Vormittag wieder erreichbar.

Obwohl sich die Lage mit der Wetterbesserung etwas entspannt hat, sind spontane Lawinen immer noch möglich. Das Hauptproblem seien die vielen Gleitschneelawinen aus fast allen Höhen, hieß es im Lawinenlagebericht. Bei Ausflügen ins ungesicherte Gelände sei Zurückhaltung geboten, warnten die Experten vor den Gefahren abseits der Skipisten. „Aus den triebschneebeladenen Ost- und Südhängen der Nordalpen - Hochkönig, Tennen- und Hagengebirge - sind mit der Sonneneinstrahlung auch vereinzelt noch sehr große Abgänge (Staublawinen) denkbar.“ Deshalb wurde dort Lawinenwarnstufe 4 ausgegeben.

An der B99 zwischen Untertauern und Mauterndorf haben die Straßeneinsatzkräfte die ganze Nacht über mit Schneefräsen an der Räumung gearbeitet, wie das Landes-Medienzentrum berichtete. Die Südrampe ab Mauterndorf wurde um 9.00 Uhr freigegeben. Die Nordrampe ab Untertauern soll voraussichtlich ab 10.00 Uhr geöffnet sein. Dann ist Obertauern sowohl von Lungauer als auch von Pongauer Seite erreichbar.

Das Kleine Deutsche Eck (B21) bleibt voraussichtlich bis 13.00 Uhr wegen umgestürzter Bäume gesperrt. Erst dann sind Unken, Lofer und St. Martin wieder erreichbar. Gesperrt blieb vorerst auch noch die B311 zwischen Weißbach und St. Martin bei Lofer. Weißbach war aber von Saalfelden aus erreichbar. Mit der Öffnung der B178 von Waidring in Tirol über den Pass Strub nach Lofer im Pinzgau sei am Donnerstagabend zu rechnen, informierte das Land.

Die L109 ins Großarltal war ab 6.00 Uhr ab Tiefblick wieder geöffnet, ab Hüttschlag-Süd war die Landesstraße bis zum Talschluss wegen Lawinengefahr noch gesperrt. Ebenfalls nicht mit Fahrzeugen befahrbar war weiterhin die L211, die Muhrer Landesstraße.

Mittlerweile wurde auch die Stromversorgung im Land nahezu zur Gänze wieder hergestellt. Am Dienstagabend hatten rund 60 Kunden der Salzburg AG keinen Strom.

Für jene Tausende Freiwilligen Helfer, die beim Schneechaos fast zwei Wochen lang im Einsatz waren und dafür von ihren jeweiligen Arbeitgebern freibekamen, forderte Landesfeuerwehrkommandant Leo Winter vom Bund eine Entschädigung. „Mir platzt schön langsam der Kragen, dass wir keine Möglichkeit finden, vom Bund eine Entschädigung zu bekommen, wenn ein Arbeitgeber einen Helfer von der Arbeit freistellt - egal, ob das nun die Feuerwehr ist oder zum Beispiel auch die Bergrettung“, sagte Winter zum ORF Salzburg. „Wenn das nicht rasch gelingt, dann gefährdet man für die Zukunft das Freiwilligen-System.“

Landeshauptmann Wilfried Haslauer (ÖVP) steht dieser Idee durchaus positiv gegenüber. „Ich denke, dass sie im Zuge der Steuerreform eingebracht werden kann. Da sollten nach genau definierten Kriterien Tagsätze abgeschrieben werden können. Das wäre immerhin eine Geste gegenüber den Unternehmern, die ihre Mitarbeiter für Hilfseinsätze freistellen.“




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