Letztes Update am Mi, 16.01.2019 10:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Fünf Konfliktherde zwischen Russland und dem Westen



Moskau (APA/dpa) - Das Verhältnis zwischen Russland und den westlichen Demokratien ist so schlecht wie seit langem nicht. Dabei geht es nicht mehr um einen ideologischen Zwist wie im Kalten Krieg. Die Konflikte sind vielschichtiger geworden. Die Länder der EU werfen der Moskauer Führung um Präsident Wladimir Putin aggressives Verhalten vor; Russland selbst sieht sich angegriffen und eingekreist. Ein Blick auf fünf Konfliktfelder:

Ukraine: Russland betrachtet das Nachbarland als sein Einflussgebiet. Es hat eingegriffen, als dort 2014 nach Massenprotesten der prorussische Präsident Viktor Janukowitsch fliehen musste. Dass Russland sich die ukrainische Halbinsel Krim einverleibte, werten die EU-Länder als brutalen Verstoß gegen die europäische Friedensordnung. Moskau stützt mit seiner Militärmacht auch die prorussischen Separatisten in der Ostukraine. Die EU und die USA haben Russland deshalb mit Sanktionen belegt.

Streit mit den USA: Moskau sieht Washington weiter als Gegner. Die Vereinigten Staaten hätten Russland nach dem Ende der Sowjetunion schwach halten wollen, heißt es; sie hätten die NATO bis an die russischen Grenzen ausgedehnt. Moskau wiederum hat bei der US-Wahl 2016 Stimmung für Donald Trump gemacht. US-Behörden fördern immer mehr Beweise zutage. Weil Trumps Verhältnis zu Russland so verdächtig ist, schaltet der Rest der US-Politik gegen Moskau auf stur.

Der Fall Skripal: Nur knapp haben der russische Ex-Agent Sergej Skripal und seine Tochter Julia einen Giftanschlag im März 2018 in Großbritannien überlebt. Britischen Behörden zufolge wurde der Kampfstoff Nowitschok eingesetzt. Sie ermittelten zwei Agenten des russischen Militärgeheimdienstes GRU als Attentäter. Moskau leugnet jede Verwicklung. Als eine Folge haben die westlichen Verbündeten und Russland gegenseitig Dutzende Diplomaten ausgewiesen.

Syrien: In dem Bürgerkriegsland hat Russland aus seiner Sicht getan, was zu tun war: Es hat Syrien vor dem Verfall bewahrt, eine legitime Regierung gestützt und Terroristen bekämpft. Zudem hat es seine Präsenz in Nahost ausgebaut. Aus westlicher Warte hat Russland in Syrien überbordende Gewalt angewendet, um Präsident Bashar al-Assad - der als mörderischer Unterdrücker diskreditiert ist - zu halten.

Nukleare Rüstung: Das Vertragssystem zwischen Moskau und Washington, das Atomraketen und Sprengköpfe begrenzt, ist gefährdet. Beide Seiten werfen einander Verstöße vor. Trump will mehr Handlungsfreiheit für die USA. Putin hat bereits neuartige, kaum auszuschaltende Atomwaffen vorgestellt, die in Russland entwickelt werden.




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