Letztes Update am Mi, 16.01.2019 12:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europas Börsen zu Mittag knapp tiefer - London 0,45 Prozent im Minus



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen in der Eurozone haben am Mittwoch kaum auf das Scheitern des von der britischen Regierung mit der EU ausgehandelten Brexit-Abkommens im Parlament Großbritanniens reagiert. Der Niederlage sei bereits erwartet worden, sagten mehrere Marktbeobachter.

Der Euro-Stoxx-50 lag zu Mittag nur geringfügig im Minus und verlor 0,01 Prozent auf 3.067,76 Punkte. Der deutsche Leitindex DAX verlor ebenfalls nur leicht um 0,09 Prozent auf 10.882,20 Einheiten.

An der Börse in London ging es ebenfalls nur moderat abwärts. Der britische Aktienindex FTSE-100 fiel um 0,45 Prozent auf 6.864,17 Stellen.

„Es hat den Anschein, als seien Händler und Investoren gut vorbereitet gewesen“, sagte Chefstratege Michael McCarthy vom Broker CMC Markets. Das britische Parlament hatte das Austrittsabkommen mit einer großen Mehrheit von 432 zu 202 Stimmen abgelehnt. Neben der Opposition votierte am Dienstagabend auch ein großer Teil der regierenden Konservativen gegen den Deal.

EU-Brexit-Chefverhandler Michel Barnier hat nun vor einem ungeregelten Austritt Großbritanniens gewarnt. „Noch nie war das Risiko eines No Deals so groß“, sagte Barnier am Mittwoch im EU-Parlament in Straßburg. Die amtierende EU-Ratsvorsitzende und rumänische Europa-Staatssekretärin Melania Ciot hatte bereits zuvor Neuverhandlungen ausgeschlossen. Die französische Regierung wies allerdings darauf hin, dass eine Verschiebung des EU-Austritts möglich sei, wenn die Briten sie beantragen würden.

Auf Unternehmensseite wurde unterdessen bekannt, dass der frühere UBS-Investmentbankchef Andrea Orcel nicht Chef der größten spanischen Bank Santander wird. Die beiden Seiten hätten sich nicht auf eine Abgeltung der Vergütungsansprüche des Managers einigen können, erklärte Santander. Die Aktien des Finanzinstituts gehörten im Euro-Stoxx-50 mit einem Minus von 0,70 Prozent daraufhin zu den größten Verlierern.

Die meisten übrigen Bankaktien im Index verzeichneten dagegen klare Gewinne. So stiegen etwa die Papiere der Intesa Sanpaolo um 1,76 Prozent, die Titel der Societe Generale um 1,43 Prozent und die Anteilsscheine der BNP Paribas um 1,28 Prozent.

In Zürich schossen die Aktien des Logistikkonzerns Panalpina um über 30 Prozent auf 178,30 Franken nach oben. Der dänische Konkurrent DSV will den Schweizer Konzern übernehmen und bietet dafür 170 Franken pro Aktie. Die DSV-Aktien legten in Kopenhagen um 3,81 Prozent zu.

~ ISIN EU0009658145 ~ APA274 2019-01-16/12:01




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