Letztes Update am Mi, 16.01.2019 12:36

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Handgreiflicher Familienstreit erneut in Graz vor Gericht



Graz/St. Pölten (APA) - Der Prozess um eine handgreifliche Auseinandersetzung innerhalb einer Familie ist am Mittwoch im Grazer Straflandesgericht fortgesetzt worden. Ein Landwirt und seine Tochter sollen beide zwei Jahre lang die Ehefrau bzw. Mutter traktiert haben. Die Angeklagten fühlten sich in keiner Weise schuldig. Die Verhandlung wurde wieder vertagt.

Der Pensionist und seine 46-jährige Tochter sollen laut Staatsanwalt Julius Heidinger immer wieder auf die Mutter losgegangen sein. Der Mann hat ihr laut Anklage nicht nur Faustschläge ins Gesicht versetzt, sondern sie auch mit einem Holzbrett geschlagen. Der Tochter - Sozialpädagogin mit Doktortitel - wird unter anderem vorgeworfen, die Mutter an der Nase gepackt und so hin- und hergerissen zu haben, dass die Frau Nasenbluten bekam. Auch Drohungen wie „du gehörst weg, ich bring dich in die Nervenklinik“ sollen seitens der 46-Jährigen gefallen sein.

Auslöser des Streites war unter anderem der Sohn der Familie, ein Langzeitstudent, dem die Mutter immer wieder Geld gegeben hatte. Zu ihm soll die Angeklagte gesagt haben „Pass auf du Trottel, du bist ja drogensüchtig, ich zeig dich an, dir glaubt eh keiner.“ Vor Gericht bestritt die 46-Jährige alles und verlangte wiederholt einen Ausschluss der Öffentlichkeit, was Richterin Michaela Lapanje ablehnte.

Als Zeuge war auch jener Polizist geladen, der mit den Anzeigen der Familie konfrontiert war. „So viel psychischen Druck gegen mich und meine Dienststelle habe ich noch nie erlebt“, schilderte er vor Gericht das Verhalten der Beschuldigten. „Sie hat die Bezirkshauptmannschaft und uns immer wieder gegeneinander ausgespielt“, ergänzte der Beamte. Die Beschuldigte hakte diesbezüglich beim Zeugen in sehr scharfen Worten nach, was die Richterin schließlich unterband: „In diesem Ton ist nicht mit dem Zeugen zu sprechen“, ermahnte sie. „So hat sie das immer gemacht“, beeilte sich der Polizist zu sagen.

Die Mutter erzählte von einem Faustschlag ihres Mannes ins Gesicht. „Ich war eine Woche blau und habe nicht beißen können“, beschrieb sie die Gesichtsverletzung. Ihr Mann habe sie immer wieder beschuldigt, faul zu sein und nicht zu arbeiten, weil sie wegen einer Beinverletzung nicht in den Stall gegangen war. „Während der Jause ist es wieder zum Streit gekommen, da ist er aufgestanden, hat ein Brettl genommen und mir auf den Kopf geschlagen. Das Brettl ist zerbrochen“, beschrieb sie die Zustände.

Da der Landwirt der Verhandlung akustisch nur schwer folgen konnte, vertagte die Richterin, bis dieser ein Hörgerät hat.




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