Letztes Update am Mi, 16.01.2019 13:06

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Aufräumarbeiten in der Obersteiermark gingen weiter



Ramsau am Dachstein/Eisenerz/Hohentauern (APA) - Das Bundesheer hat am Mittwoch die letzten Schneereste aus dem am Dienstag von einer Lawine schwer beschädigten Hotel in der Ramsau in der Obersteiermark hinausgeschaufelt. In Eisenerz konnten Evakuierungen aufgehoben werden. Die steirischen Landeshauptleute machten sich indessen für Strafen beim Betreten von Sperrgebieten bzw. für Dienstfreistellungen für Feuerwehrleute stark.

In der Ramsau traf am Mittwoch Bauholz ein, schilderte ein Sprecher des Bundesheeres im APA-Gespräch. Damit werden eingedrückte Fenster und Türen des Hotels provisorisch verschlossen und isoliert, damit zum Trocknen wieder Raumtemperatur entstehen kann. Am Donnerstag sollen Soldaten in der Wintersportgemeinde noch das Dach des Hotels vom Schnee befreien.

Andere Dächer in der Ramsau werden ebenfalls abgeputzt, denn viele sind einseitig mit Schnee bedeckt, was zu statischen Probleme führen kann. Am Mittwoch etwa arbeiteten rund 45 Soldaten auf dem Dach einer Skiwachselhalle. In der Ramsau waren insgesamt rund 140 Soldaten und Soldatinnen im Einsatz. In Eisenerz und Johnsbach wurde der Assistenzeinsatz beendet. Rund drei Dutzend Soldaten wurden daher Mittwochmittag in die Ramsau verlegt.

Nach neuerlichen Begutachtungen sind am Mittwoch Evakuierungen im Ortsteil Trofeng in Eisenerz aufgehoben worden und auch der Präbichl zwischen Eisenerz und Vordernberg sollte ab 14.30 Uhr wieder befahrbar sein. Dafür mussten in Hohentauern im Bezirk Murtal zwei Gebäude wegen Lawinengefahr evakuiert werden und in Schladming (Bezirk Liezen) wurden vereinzelte Straßen gesperrt. Die Gesäusestraße zwischen Hieflau und Admont wird wohl noch für weitere vier Wochen gesperrt bleiben.

Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) erklärte: „Das war ein Schicksalsschlag, den wir da in der Ramsau mit dieser Lawine zur Kenntnis nehmen mussten.“ Das Lawinenschutzprogramm müsse evaluiert werden, zusätzlich kündigte er bauliche Sicherungsmaßnahmen an. Der LH plädierte in der ORF-Sendung „Report“ am Dienstagabend dafür, dass beim Betreten von Sperrgebieten die bestehenden Strafrahmen ausgeschöpft werden sollten. Er meinte aber, dass Dummheit auch nicht durch höhere Strafen auslöschbar sei: „Auch ich ärgere mich, wenn es so etwas gibt, insbesondere, weil auch die Bergretter selber in Gefahr gebracht werden“, so Schützenhöfer.

Katastrophenschutzreferent Michael Schickhofer (SPÖ) unterstrich am Mittwoch die Leistung der Katastrophenhilfsdienst-Einheiten (KHD) der steirischen Feuerwehrbereiche: „Knapp 5.000 Feuerwehrkameradinnen und Feuerwehrkameraden waren in den letzten Tagen im Einsatz. Viele haben dafür Urlaub oder Zeitausgleich genommen. Es ist höchst an der Zeit, dass unsere ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder keine Nachteile mehr haben, wenn sie in ihrer Freizeit für die Sicherheit der Steirerinnen und Steirer sorgen.“ Er unterstütze die Forderung des Bundesfeuerwehrverbandes und des steirischen Landesfeuerwehrverbandes, die auf die Einführung eines Anreiz- und Bonussystems abzielt. „Unsere Ehrenamtlichen investieren Hunderte Stunden ihrer Freizeit bei Ausbildungen und Übungen, es geht nicht, dass sie für Einsätze dieser Art Urlaub nehmen müssen.“ Eine Dienstfreistellung bis zu fünf Tage sollte auf freiwilliger Basis erfolgen, eine Vergütung für den Arbeitgeber aus dem Katastrophenfonds könnte dies fördern, so Schickhofer.




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