Letztes Update am Mi, 16.01.2019 13:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Leitung für JKU-Absolventenklub nach Inserat mit SS-Liedtext



Linz (APA) - Der Absolventenverein der Linzer Johannes-Kepler-Universität (JKU), Kepler Society, hat sich nach seiner außerordentlichen Vorstandssitzung am Mittwoch wie die JKU „klar und unmissverständlich“ von dem Inserat im Ballprogramm des Burschenbundballes mit Inhalten aus einem SS-Liedtext distanziert. Der Geschäftsführer musste bereits gehen, JKU-Operations-Manager Freischlager übernimmt interimistisch.

„Wir teilen die Auffassung der Universität, dass eine antifaschistische Gesinnung Teil der DNA der JKU und damit auch des Absolventenvereins Kepler Society ist“, hieß es in der Aussendung des Vorstandsvorsitzenden Gerhard Stürmer. In dem Inserat war die Sequenz „...so bleiben wir doch treu“ aus der Auftaktzeile „Wenn alle untreu werden, so bleiben wir doch treu“ des deutschen Volks- und Studentenliedes von 1814 zu lesen, das in der Zeit des Nationalsozialismus zum „Treuelied“ der „Schutzstaffel“ (SS) wurde. Im SS-Liederbuch war es neben dem Deutschlandlied und dem Horst-Wessel-Lied exponiert an dritter Stelle angeführt.

Der Geschäftsführer der Kulturplattform KUPF, Thomas Diesenreiter, hat das Inserat am Wochenende publik gemacht. Noch am Samstag hatte er gegen den Verein, den Geschäftsführer und den Vereinspräsidenten Anzeige wegen Wiederbetätigung eingebracht. „Das Inserat der Kepler Society in der Ballbroschüre des Burschenbundballs ist inakzeptabel und widerspricht diametral der Haltung der Johannes Kepler Universität“, reagierte Rektor Meinhard Lukas prompt. Die Universität stehe für Offenheit und Pluralität. Wie er dankte Stürmer dem bisherigen Geschäftsführer für seine Arbeit. Das Inserat machte aber eine weitere Zusammenarbeit unmöglich.

Der vorübergehende Geschäftsführer Alexander Freischlager ist als Bereichsleiter dem Rektorat zugeordnet. Weiters möchte der Verein gemeinsam mit der JKU die Absolventenbetreuung weiterentwickeln. Ziel der Kepler Society sei es, das „Vertrauen aller Absolventinnen und Absolventen sowie der Partner wieder zu gewinnen“.




Kommentieren