Letztes Update am Mi, 16.01.2019 14:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Aktivisten: 15 Tote bei Attentat auf Anti-IS-Koalition in Manbij



Beirut (APA/AFP/dpa) - Bei einem Selbstmordanschlag auf Kräfte der US-geführten Koalition gegen die Jihadistenmiliz „Islamischer Staat“ (IS) sind einem neuen Bericht von Aktivisten zufolge am Mittwoch im syrischen Manbij mindestens 15 Personen getötet worden, darunter ein US-Militärangehöriger. Die Koalition kommentierte die Informationen bisher nicht.

Der Angriff habe sich gegen eine Patrouille gerichtet, berichtete die in Großbritannien ansässige Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte (OSDH). Mindestens neun Zivilisten und fünf Kämpfer einer arabisch-kurdischen Allianz, die die Patrouille begleitet hatten, seien dabei ums Leben gekommen, so OSDH-Leiter Rami Abdel Rahman. Die IS-Miliz nahm den Anschlag über ihr Propaganda-Sprachrohr Amaq für sich in Anspruch und sprach von einem Angriff eines Selbstmordattentäters.

Die Stadt Manbij war im Jahr 2016 von den kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG) mit Unterstützung der internationalen Anti-IS-Koalition von den Jihadisten erobert worden. Seitdem wird sie von der syrischen Kurdenmiliz und verbündeten arabischen Milizen kontrolliert. Auch US-Soldaten sowie französische Spezialkräfte sind in der Stadt westlich des Euphrat stationiert, die zuletzt weitgehend ruhig war.

Die Stadt ist aber ein zentraler Streitpunkt zwischen der Türkei und den USA. Die Regierung in Ankara dringt seit langem auf den Abzug der YPG, die sie wegen ihrer engen Verbindungen zur Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) als Terrororganisation betrachtet. Nach Drohungen mit einer Offensive vereinbarte die Türkei im vergangenen Juli mit den USA, dass die YPG-Kämpfer aus der Stadt abziehen und türkische und US-Soldaten dort patrouillieren.

Allerdings beklagte Ankara, dass die YPG weiter in der Stadt präsent sei, und im Dezember drohte der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan erneut mit einer Offensive auf Manbij. Nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, alle US-Truppen aus Syrien abzuziehen, schien der Weg frei für einen türkischen Angriff. Die YPG rief daher Ende Dezember die Truppen des syrischen Machthabers Bashar al-Assad zu Hilfe.




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