Letztes Update am Mi, 16.01.2019 16:48

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Brexit - Erzbischof: „No Deal“ trifft Ärmste am stärksten



London (APA) - Der Erzbischof von Canterbury hat am Mittwoch erneut vor einem harten Brexit gewarnt, weil dieser die Ärmsten und Schwächsten am stärksten treffen werde. Der anglikanische Primas, Erzbischof Justin Welby, sagte laut Kathpress im Sender „Premier Radio“, er bete für Theresa May und alle Politiker. Er erinnerte dabei an seine Warnung vor einer solchen Option, weil diese unverantwortlich sei.

Rechtsprotestantische und rechtskatholische Abgeordnete im britischen Unterhaus, angeführt von dem Investor Jacob Rees Mogg, hatten sich vor dem Brexit-Votum am Dienstag erneut für einen „No deal“ eingesetzt.

Welby hatte seine Sorge in einem weiteren „Premier“-Interview von vergangener Wochen ausführlich argumentiert. Zeitgleich wurde bekannt, dass zwei Millionen Menschen und 19 Prozent der Kinder auf der Insel buchstäblich Hunger litten. Ein möglicher No-Deal-Brexit würde sozial benachteiligte Menschen am härtesten treffen, warnte Primas Welby.

Diese Menschen hätten nicht das Geld oder den Platz, ihre Vorräte an Lebensmitteln und Medikamenten aufzustocken. Komme es zu einer akuten Wirtschaftskrise und Entlassungswelle, fielen sie nicht auf einen weichen Sparpolster; ein ungeregelter Austritt wäre in den Augen Welbys daher nicht nur ein Versagen des Parlaments, sondern auch „ein moralischer Fehlschlag“.

Es gehe um mehr als den Brexit und die „alles verzehrenden Ideologien“ der Politiker in Whitehall, mahnte der Erzbischof von Canterbury. Es gehe um die Menschen, „ihr Wohlergehen und ihre Gemeinden“.




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