Letztes Update am Mi, 16.01.2019 17:18

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Ex-Präsident der Elfenbeinküste Gbagbo wieder freier Mann



Den Haag (APA/dpa) - Nach sieben Jahren Haft ist der frühere Präsident der Elfenbeinküste, Laurent Gbagbo, wieder ein freier Mann. Die Richter des Weltstrafgerichtes in Den Haag ordneten am Mittwoch seine sofortige Freilassung an. Am Tag davor hatte das Gericht den 73-jährigen Politiker freigesprochen.

Die Anklage hatte zwar gegen die Freilassung Einspruch erhoben und seine Inhaftierung bis zu einem möglichen Berufungsverfahren gefordert. Das lehnte das Gericht aber ab.

Gbagbo saß zunächst einige Jahre in Haft, bevor er sich ab 2016 wegen schwerster Verbrechen nach der Präsidentenwahl 2010 vor dem Internationalen Strafgerichtshof verantworten musste. Auch der mitangeklagte frühere Jugendminister Charles Ble Goude (47) wurde freigesprochen und aus der Haft entlassen. Beide sicherten zu, bei einem möglichen Berufungsverfahren zurück nach Den Haag zu reisen.

Der Vorsitzende Richter Cuno Tarfusser betonte, dass die Beweise für eine Verurteilung unzureichend waren: „Der Freispruch noch vor Beginn der Beweisführung durch die Verteidigung zeigt, wie außergewöhnlich schwach die Beweise der Anklage waren.“ Eine schriftliche Begründung des Urteils wurde zunächst nicht vorgelegt.

Der Freispruch ist ein schwerer Rückschlag für die Ankläger. Gbagbo war das erste ehemalige Staatsoberhaupt, dem das Weltstrafgericht den Prozess gemacht hatte.

Die Anklage hatte ihm unter anderem die Verantwortung für Morde und Vergewaltigungen angelastet. Er hatte 2010 die Präsidentenwahl verloren, sich aber geweigert, seinem Nachfolger und heutigen Präsidenten, Alassane Ouattara, Platz zu machen. Bei dem mehrere Monate dauernden Konflikt waren rund 3.000 Menschen getötet worden.

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