Letztes Update am Mi, 16.01.2019 17:20

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Türkische Zentralbank hob Leitzins vor Kommunalwahlen nicht an



Istanbul/Ankara (APA/dpa/AFP) - Die türkische Notenbank behält auch im Jänner trotz anhaltend schwacher türkischer Währung und hoher Inflationsrate den Leitzins bei. Wie die Zentralbank am Mittwoch nach einer monatlichen Sitzung zum Thema mitteilte, soll er weiter bei 24 Prozent liegen.

Trotz Besserungen bei Importpreisen und Binnenkonsum würden sie an einer strikten Geldpolitik festhalten, bis sich die Inflationsaussichten deutlich verbessert haben, teilten die Währungshüter am Mittwoch mit. Die Lira gewann in Erwartung der Entscheidung ein Prozent an Wert und wurde am Nachmittag bei 5,40 zum Dollar gehandelt.

Im März stehen in der Türkei Kommunalwahlen an. Die schlechte wirtschaftliche Lage ist für Regierung wie Wähler eines der Hauptthemen. Zentralbanken bekämpfen hohe Inflationsraten üblicherweise mit Leitzinserhöhungen. Höhere Zinsen machen aber Kredite für Firmen und Verbraucher teurer, was etwa Investitionen dämpft und die gesamtwirtschaftliche Nachfrage drosselt.

Mitte September hatte die Zentralbank den Leitzins überraschend stark um 6,25 Punkte auf 24 Prozent erhöht. Die Notenbanker hatten damals angekündigt, man werde den strengeren geldpolitischen Kurs beibehalten, bis die Inflation sinke. Noch im Oktober war die Teuerungsrate zum ersten Mal seit 15 Jahren auf mehr als 25 Prozent geklettert. Daraufhin hatte Wirtschaftsminister Berat Albayrak im Oktober eine Reihe von Maßnahmen beschlossen, um dem starken Preisanstieg besonders im Transport- und Lebensmittelbereich zu begegnen. Im November und Dezember fiel die Inflation aber leicht.

Die Landeswährung Lira hatte 2018 kurzzeitig bis zu 40 Prozent an Wert zum Euro verloren, was die Inflation angeheizt hatte. Die Währung hat sich in den vergangenen Wochen leicht erholt.




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