Letztes Update am Mi, 16.01.2019 17:30

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Winterwetter - Daten und Fakten zu zwei Wochen Einsatz in Salzburg



Salzburg (APA) - Das Land Salzburg, das Bundesheer, zahlreiche Einsatzorganisationen und der Landesenergieversorger Salzburg AG haben am Mittwoch Daten und Fakten zu dem fast zweiwöchigen Einsatzgeschehen bekanntgeben. Die APA hat eine Auswahl zusammengetragen.

~ - Todesfälle und Verletzte: Bei einer Lawine am Rand des Tennengebirges kamen am 5. Jänner zwei junge Schneeschuhwanderer ums Leben. Am 14. Jänner starb im Flachgau ein Mann, als er von einer Dachlawine in die Tiefe gerissen und verschüttet wurde. Als Folge der Schneefälle wurden in Salzburg 44 Personen leicht bis schwer verletzt. ~ ~ - Abgeschnitten: Im Bundesland Salzburg waren in diesem Zeitraum bis zu 17 der 119 Gemeinden nicht erreichbar. Der Höchstwert an von der Außenwelt abgeschnittenen Personen betrug 53.800, rund 30.300 davon waren Urlaubsgäste. Der Höchstwert bei den Sperren lag bei 29 gleichzeitig unpassierbaren Straßen, die höchste Zahl an Haushalten ohne Strom betrug 2.800. ~ ~ - Rekordmengen: Die Neuschneesummen innerhalb von 15 Tagen liegen bei vielen Messstationen zwischen 250 bis über 300 Zentimeter. „Das kommt statistisch gesehen nur alle 100 Jahre vor“, erklärte Meteorologe Bernhard Niedermoser von der ZG. Der Höchststand im Tal wurde in Abtenau (Tennengau) mit 240 Zentimetern und in Lofer (Pinzgau) mit 263 Zentimetern Neuschnee erreicht. ~ ~ - Stromversorgung: Die Salzburg AG stand mit bis zu 230 Leitungsmonteuren und 100 Fahrzeugen unter teils widrigen Umständen im Einsatz. Zudem wurden 20 größere und unzählige kleinere Stromgeneratoren in betroffene Gebiete transportiert, um dort die Versorgung sicherzustellen. ~ ~ - „Sehr große Gefahr“: Die höchste Lawinenwarnstufe 5 gibt es in Salzburg extrem selten - laut ZAMG im Schnitt alle zehn Jahre. Zuletzt wurde sie jeweils im Februar 2009 und 1999 ausgerufen. ~ ~ - Beurteilung: Die 90 Lawinenwarnkommissionen im Land standen mit mehr als 700 ehrenamtlichen Mitgliedern im Einsatz. ~ ~ - Helfer: Die Feuerwehren im Bundesland waren bei rund 1.100 Einsätzen mit 6.500 Mann beschäftigt. Sie räumten Straßen von umgestürzten Bäumen, befreiten hängen gebliebene und von der Fahrbahn gerutschte Pkw und Lkw, schaufelten Schnee von den Dächern oder pumpten Keller aus. Unterstützt wurden sie von Helfern der Höhlen- und der Wasserrettung Salzburg. ~ ~ - Heer: Für das Bundesheer standen vier Lawinenzüge, drei Pionierkompanien und bis zu 400 Mann im Einsatz. Die Soldaten schaufelten in insgesamt 24 Orten Schnee und leisteten dabei laut Militärkommando 28.000 Arbeitsstunden. Von den 120 Flugstunden im Auftrag des Landes leisteten Heeres-Hubschrauber 50. 15 Mal waren die Maschinen dabei für „Downwash“-Einsätze unterwegs, um Schnee von Bäumen entlang von Verkehrswegen zu blasen. ~ ~ - Alpinismus: Die Salzburger Bergrettung rückte bis Mittwoch zu 46 Einsätzen aus, dabei standen insgesamt 436 Personen im Einsatz. ~




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