Letztes Update am Mi, 16.01.2019 18:00

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Weiterer Migrantentreck aus San Salvador in Richtung USA gestartet



San Salvador (APA/AFP) - Einen Tag nach dem Aufbruch eines neuen Migrantentrecks in Honduras hat sich im Nachbarland El Salvador ein weiterer Treck auf den Weg in die USA gemacht. Die rund 200 Menschen starteten am Mittwoch mit warmer Kleidung und ein wenig Proviant aus der Hauptstadt San Salvador, um auf dem Landweg die Vereinigten Staaten zu erreichen.

„Wir haben entschieden aufzubrechen, weil man hier in einem Gebiet der Unsicherheit beargwöhnt wird und keine Arbeit bekommt“, sagte der 34-jährige Franklin Martinez, der sich mit seiner Freundin Zarai und seiner zweijährigen Tochter auf den Weg machte. Der 30-jährige Jonathan Ramos sagte, ein Leben in den USA sei für ihn „die erste Option“. Wenn er es aber nicht ins Land schaffe, werde er in Mexiko arbeiten.

Die für die Salvadorianer im Ausland zuständige Vizeministerin Liduvina Magarin machte sich vor Ort ein Bild von dem Migrantentreck. Sie warnte die Teilnehmer vor „der gefährlichsten Wanderung, die man sich vorstellen kann“. Insbesondere Kinder sollten nicht auf diesem Weg mitgenommen werden.

Am Dienstag war im honduranischen San Pedro Sula ein Migrantentreck mit etwa tausend Menschen in Richtung USA aufgebrochen. US-Präsident Donald Trump nutzte dies prompt als Argument für seine Forderung nach Milliardensummen für eine Mauer an der Grenze zu Mexiko: „Nur eine Mauer oder eine Stahlbarriere kann unser Land sicher halten!“, schrieb er im Kurzbotschaftendienst Twitter. Wegen des erbitterten innenpolitischen Streits über die Finanzmittel für den Mauerbau gilt in den USA bereits seit dreieinhalb Wochen eine Haushaltssperre.

Seit Oktober bis Jahresende war bereits eine Reihe von Trecks aus Honduras und anderen zentralamerikanischen Ländern mit insgesamt mehr als 13.000 Menschen gen US-Grenze gezogen. Nur eine Minderheit der Teilnehmer erreichte das US-Territorium.

Trump sprach von einer „Invasion“ und einem „Angriff auf unser Land“ und rechtfertigte so den Einsatz des US-Militärs an der Grenze. Wegen der angeblichen „Sicherheitskrise“ sind derzeit mehr als 4500 US-Soldaten an der Landgrenze zu Mexiko im Einsatz.




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