Letztes Update am Mi, 16.01.2019 18:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Leitbörsen in der Eurozone schließen höher - Nur London im Minus



Frankfurt am Main (APA) - Die europäischen Leitbörsen in der Eurozone haben sich am Mittwoch vom Scheitern des Brexit-Abkommens im britischen Parlament unbeeindruckt gezeigt. Dass das von der britische Regierung mit der EU ausgehandelte Abkommen abgelehnt werden würde, habe sich schon im Vorfeld abgezeichnet, sagten mehrere Marktbeobachter. Der Euro-Stoxx-50 stieg um 0,30 Prozent auf 3.077,22 Zähler.

In London selbst endete der Handelstag dagegen im Minus. Der FTSE-100 gab um 0,47 Prozent auf 6.862,68 Zähler nach.

Das britische Parlament hatte das Austrittsabkommen mit einer großen Mehrheit von 432 zu 202 Stimmen abgeschmettert. Neben der Opposition votierte am Dienstagabend auch ein großer Teil der regierenden Konservativen gegen den Deal. Premierministerin Theresa May muss sich am Abend nun einem Misstrauensvotum im Parlament stellen. Sie hat allerdings gute Chancen, dieses zu überstehen.

Für Nachverhandlungen mit der EU schaut es dagegen schlechter aus. Zahlreiche Regierungen von EU-Mitgliedsstaaten - darunter Deutschland und Frankreich - schlossen aus, das Abkommen noch einmal aufzuschüren.

Im Branchenvergleich waren Bankaktien besonders nachgefragt. Im Euro-Stoxx-50 nahmen etwa Societe Generale (plus 4,15 Prozent), und Intesa Sanpaolo (plus 3,73 Prozent) und ING (plus 3,64 Prozent) die Spitzenplätze ein. Beobachter verwiesen auf starke Quartalszahlen der US-Banken Goldman Sachs und Bank of America als Grund für die gute Börsenstimmung.

Etwas hinter her hinkten die Titel der Banco Santander mit einem Plus von 1,01 Prozent. Der frühere UBS-Investmentbankchef Andrea Orcel wird nun doch nicht Chef der größten spanischen Bank. Die beiden Seiten hätten sich nicht auf eine Abgeltung der Vergütungsansprüche des Managers einigen können, erklärte Santander. Die Papiere der Bank reagierten zunächst negativ und gaben deutlich nach, bevor sie im Späthandel im Zuge des starken Branchentrends klar ins Plus drehten.

In Frankfurt zogen die nicht mehr im Euro-Stoxx-50 enthaltenen Aktien der Deutsche Bank an der DAX-Spitze um 8,39 Prozent an. Die Titel profitierten von Spekulationen über eine Fusion mit der Commerzbank. Auslöser war ein Artikel im „Handelsblatt“. Die deutsche Bundesregierung setze sich verstärkt für eine Fusion der beiden deutschen Geldhäuser ein, hieß es dort. Die Commerzbank-Titel legten im MDAX um ebenfalls deutliche 7,42 Prozent zu.

In Zürich schossen die Aktien des Logistikkonzerns Panalpina um über 27 Prozent auf 175 Franken nach oben. Der dänische Konkurrent DSV will den Schweizer Konzern übernehmen und bietet dafür 170 Franken pro Aktie. Die DSV-Aktien legten in Kopenhagen um 5,78 Prozent zu.

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Index Aktuell Änderung Änderung Zuletzt

Punkte Prozent Wien ATX 2.928,88 35,90 1,24 2.892,98 Frankfurt DAX 10.931,24 39,45 0,36 10.891,79 London FT-SE-100 6.862,68 -32,34 -0,47 6.895,02 Paris CAC-40 4.810,74 24,57 0,51 4.786,17 Zürich SPI 10.358,72 65,95 0,64 10.292,77 Mailand FTSEMIB 19.477,77 312,29 1,63 19.165,48 Madrid IBEX-35 8.912,70 62,60 0,71 8.850,10 Amsterdam AEX 499,87 1,67 0,34 498,20 Brüssel BEL-20 3.446,97 24,97 0,73 3.422,00 Stockholm SX Gesamt 1.468,85 13,37 0,92 1.455,48 Europa Euro-Stoxx-5 3.077,22 9,17 0,30 3.068,05

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Euro-Stoxx 339,78 1,99 0,59 337,79 ~

~ ISIN EU0009658145 ~ APA554 2019-01-16/18:22




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