Letztes Update am Mi, 16.01.2019 22:38

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Neue Kämpfe in libyscher Hauptstadt Tripolis: Mindestens fünf Tote



Tripolis (APA/AFP/dpa) - Bei neuen Gefechten zwischen rivalisierenden Milizen in der libyschen Hauptstadt Tripolis sind nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Ob es sich bei den Toten um Kämpfer oder um Zivilisten handelte, ließ das Ministerium am Mittwoch zunächst offen. Zudem habe es zumindest 20 Verletzte gegeben.

Augenzeugen berichteten von Schusswechseln und Straßensperren in Tripolis. Die „Tripolis Protection Force“ („Allianz der Schutzkräfte“) teilte auf Facebook mit, eine „Attacke“ einer anderen Miliz „zurückzuschlagen“. Bei dieser Miliz soll es sich um die „7. Brigade“ (auch Tarhouna-Brigade) handeln, die nach den letzten Kämpfen im August des Vorjahres ihre Positionen im Süden der libyschen Hauptstadt nicht aufgegeben haben.

Die UNO-Mission in Libyen (UNSMIL) hatte wenige Stunden zuvor vor neuer Gewalt in Tripolis gewarnt. Zugleich mahnte sie die Konfliktparteien, den im September geschlossenen Waffenstillstand nicht zu brechen. Dieser hatte schwere Gefechte in Tripolis mit mindestens 117 Toten und hunderten weiteren Verletzten beendet. Auch damals war es die „7. Brigade“, die versuchte, Richtung Stadtzentrum vorzurücken. UNSMIL kündigte an, alle zur Verantwortung zu ziehen, die neue Gewalt entfachten.

Seit dem Sturz des langjährigen Machthabers Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 herrscht Chaos in Libyen. Die international anerkannte Regierung ist schwach und hat weite Teile des Landes nicht unter Kontrolle. Ihre Autorität wird von einer Gegenregierung infrage gestellt, die im Osten des Landes herrscht. Rivalisierende Milizen, Stämme und Jihadisten kämpfen um die Kontrolle von Gebieten und den großen Ölvorkommen.




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