Letztes Update am Do, 17.01.2019 10:40

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bericht: US-Plan sieht Hauptstadt Palästinas in Ost-Jerusalem



Tel Aviv (APA/dpa) - Der lang erwartete US-Friedensplan im Nahostkonflikt sieht nach einem Bericht des israelischen Fernsehens die Hauptstadt eines Palästinenserstaates in Ost-Jerusalem. Außerdem sollten rund 90 Prozent des Westjordanlandes das Gebiet dieses Staates bilden, berichtete das Fernsehen am Mittwochabend. Der US-Nahostgesandte Jason Greenblatt bezeichnete den Bericht auf Twitter als „nicht akkurat“.

Israel hatte 1967 im Sechstagekrieg unter anderem das Westjordanland und Ost-Jerusalem erobert. Dort leben heute mehr als 600.000 israelische Siedler in mehr als 200 Siedlungen.

Große Siedlungsblöcke im Westjordanland sollen dem Bericht zufolge von Israel annektiert werden. Kleinere sollten nicht weiter ausgebaut werden. Kleine Siedlungen, die auch nach israelischem Gesetz illegal sind, sollten evakuiert werden.

Jerusalem soll dem Bericht nach geteilt werden. Israels Hauptstadt solle West-Jerusalem und Teile von Ost-Jerusalem umfassen. Die meisten arabischen Viertel in Ost-Jerusalem sollten allerdings die Hauptstadt des Palästinenserstaates bilden.

Die Jerusalemer Altstadt mit ihren heiligen Stätten für Juden, Christen und Muslime solle unter israelische Staatshoheit fallen. Allerdings sieht der Plan vor, dass das Gebiet mit den Palästinensern, Jordanien und eventuell weiteren Staaten gemeinsam verwaltet wird. In der Altstadt sind die religiösen Heiligtümer Grabeskirche, Klagemauer und Tempelberg (Al-Haram al-Sharif/Edles Heiligtum) mit der Al-Aqsa-Moschee und dem Felsendom (Qubbat al-Sakhra).

Trump hatte bereits vor seinem Amtsantritt im Jänner 2017 einen Nahost-Friedensplan angekündigt, die Präsentation des Plans verschob er aber immer wieder. Die Palästinenser hatten im Vorfeld immer wieder betont, dass sie einen Nahost-Friedensplan der US-Regierung unter Trump ablehnen würden.




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