Letztes Update am Do, 17.01.2019 11:14

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Schweizer arbeiten im Europa-Vergleich am zweithäufigsten Teilzeit



Neuenburg (APA/awp/sda) - Mit 1,7 Millionen Angestellten arbeitet in der Schweiz gut ein Drittel der Beschäftigten Teilzeit. Im Vergleich zum übrigen Europa ist das die zweithöchste Quote nach den Niederlanden mit einem Anteil von 50,7 Prozent. Österreich liegt bei 28,7 Prozent. Die niedrigsten Werte haben Bulgarien (2,4 Prozent), Ungarn (4,8 Prozent) und Kroatien (5,6 Prozent). Der europäische Schnitt beträgt 20 Prozent.

Mit 36,7 Prozent arbeitet in der Schweiz mehr als jede dritte Arbeitskraft Teilzeit, wie dem Bericht zur Teilzeiterwerbstätigkeit des eidgenössischen Bundesamts für Statistik (BFS) zu entnehmen ist. Mehr Beschäftigte ohne Vollzeitpensum gibt es europaweit nur noch in den Niederlanden. Dort sind mit 50,7 Prozent über die Hälfte der Arbeitnehmer in Teilzeit tätig. Im europäischen Durchschnitt ist jede fünfte Person teilzeiterwerbstätig.

Hinter der Schweiz folgen die Nachbarländer Österreich (28,7 Prozent) und Deutschland (28,2 Prozent). Die niedrigsten Werte zur Teilzeitbeschäftigung erzielen Bulgarien (2,4 Prozent), Ungarn (4,8 Prozent) und Kroatien (5,6 Prozent). Frauen weisen dabei in allen EU- und EFTA-Staaten ausnahmslos einen höheren Teilzeitanteil auf als Männer, wie das BFS am Donnerstag mitteilte.

Im Verlauf der letzten zwei Dekaden hat der Anteil an Teilzeitangestellten in der Schweiz der vom BFS für das zweite Quartal 2017 durchgeführten Schweizerischen Arbeitskräfteerhebung (SAKE) zufolge seit 1997 um 8,4 Prozentpunkte zugenommen.

Weniger erstaunlich ist, dass Schweizer Frauen zwar dreimal häufiger Teilzeit arbeiten als Männer. Jedoch ist der Teilzeitanteil bei Männern in den letzten zwanzig Jahren laut BFS mit 9 Prozentpunkten stärker angestiegen als bei Frauen (plus 5,4 Prozentpunkte). Der Anteil von Frauen, die weniger als 50 Prozent arbeiten ist seit 1997 sogar zurückgegangen.

Als häufigsten Grund für einen reduzierten Beschäftigungsgrad nennen teilzeiterwerbstätige Frauen Kinderbetreuungspflichten, gefolgt von sonstigen familiären Verpflichtungen. Männer geben hingegen am häufigsten Ausbildung und Studium als Grund für ein Teilzeitpensum an. Fast ausgeglichen ist der Anteil an Frauen und Männern, die mangelndes Interesse an einer Vollzeitstelle als Grund für den reduzierten Beschäftigungsgrad angeben.




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