Letztes Update am Do, 17.01.2019 11:31

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Auto-Zulieferindustrie legte 2018 um sechs Prozent zu



Wien (APA) - Die österreichische Auto-Zulieferindustrie konnte im Vorjahr den Produktionswert um sechs Prozent auf 24,4 Mrd. Euro steigern, und auch für heuer ist sie optimistisch. Weder der Brexit noch der Trend zur E-Mobilität bereiten große Sorgen, vielmehr sind es die Steuerlast und der Fachkräftemangel. Als größte Veränderung sieht die Branche die Digitalisierung, Stichwort Industrie 4.0.

Ob die Margen auch mit den steigenden Umsätzen mithalten konnten, wollte Dietmar Schäfer, Vorsitzender der ARGE Automotive Zulieferindustrie, heute bei einem Pressegespräch nicht verraten. Grundsätzlich seien diese aber in der sehr wettbewerbsintensiven Branche gering. Und auch wenn die Produktion zulegen konnte: „Wir waren schon mal besser“, so Schäfer.

Die Zulieferindustrie, eine der wichtigsten Industrien des Landes mit über 80.000 Jobs, ist stark exportorientiert - wobei der Absatzmarkt Großbritannien eine untergeordnete Rolle spielt. Sorgen bereitet den Zulieferer die nachlassende Konjunktur in Deutschland, dem weitaus wichtigsten Exportmarkt. „Wir müssen hier ein Auge drauf haben“, so Herwig Schneider, Geschäftsführer des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI).

Der große deutsche Zulieferer Continental hatte beispielsweise vor wenigen Tagen angekündigt, dass er heuer mit weniger Gewinn rechnet. Zeitgleich meinte Klaus Bräunig, Geschäftsführer des deutschen Branchenverbands VDA, er sei „sehr besorgt“ ob des Handelskonflikts mit den USA und daraus drohenden Auto-Zöllen.

Dass sich die tausenden heimischen Arbeiter in der Motoren- und Getriebeindustrie aufgrund des weit weniger komplexen Elektromotors (der vielfach auch kein Getriebe benötigt) Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen müssen, glauben Schneider und Schäfer nicht - denn den Dieselmotor werde es noch lange geben. Außerdem hängt die überwiegende Anzahl der Zulieferbetriebe „nicht am Antriebsstrang“, erklärte Schäfer.

Erst vor drei Wochen hatte die deutsche Gewerkschaft IG Metall vor einem Jobabbau durch die forcierte E-Mobilität gewarnt. „Wir rechnen ungefähr mit 200.000 Arbeitsplätzen, die in Folge der Elektromobilität nicht mehr in der Branche zur Verfügung stehen“, so Jörg Hofmann, Erste Vorsitzende der IG Metall.

Zu den Auswirkungen der Ausdehnung der erlaubten Tages- und Wochenarbeitszeit könne man wenig sagen, hier gebe es noch keine Auswertungen. Klar ist aber, dass die Industrie die Flexibilisierung nutzt, so Schäfer. Ebenso klar sei aber auch, dass kein Betrieb Interesse habe die Mitarbeiter zu vertreiben - Stichwort Fachkräftemangel.

~ WEB https://news.wko.at/presse ~ APA216 2019-01-17/11:27




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