Letztes Update am Do, 17.01.2019 11:47

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Skopje: Formalitäten für Namensänderung abgeschlossen



Athen/Skopje (APA) - Mazedonien hat Griechenland in einer verbalen Note über die Erfüllung aller seiner Verpflichtungen und die Umsetzung aller Formalitäten aus dem am 17. Juni 2018 unterzeichneten Abkommen von Prespa über die Lösung des langjährigen Namensstreites informiert. Der griechische Premier Alexis Tsipras habe das Parlament in Athen am Mittwochabend darüber informiert, so die Presseagentur MIA am Donnerstag.

Dabei sei unter anderem erklärt worden, dass mit „Nationalität“ die Staatsbürgerschaft gemeint sei und der Begriff nicht die Ethnie der Bürger des Landes definiere, stellte Tsipras klar. Viele Griechen befürchten, dass der Nachbar im Norden ihnen ihre nördliche Provinz Mazedonien streitig machen könnte. „Mit diesem Abkommen werden eine mazedonische Nation und eine mazedonische Sprache anerkannt“, kritisierte etwa der konservative Oppositionsführer Kyriakos Mitsotakis.

Das Abkommen von Prespa muss nun auch noch vom griechischen Parlament bestätigt werden. Mazedonien wird demnach künftig den Namen Republik Nord-Mazedonien tragen. Das mazedonische Parlament hatte dafür notwendige Verfassungsänderungen am 11. Jänner mit einer Zweidrittelmehrheit gebilligt.

Der neue Landesname Mazedoniens soll erst nach der Bestätigung des Prespa-Abkommens auch durch das griechische Parlament zur Anwendung kommen. Ob Tsipras ebenso wie bei der Vertrauensabstimmung am Mittwochabend auch bei der Mazedonien-Abstimmung eine Mehrheit im Parlament findet, hängt unter anderem von der liberalen Potami-Partei ab. Wann die Abstimmung stattfinden wird, ist noch unklar. Beobachter gehen davon aus, dass es spätestens nächste Woche soweit sein könnte.

Nationalisten und auch Konservative laufen jedenfalls Sturm gegen das Abkommen, für Sonntag sind Demonstrationen angekündigt.




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