Letztes Update am Do, 17.01.2019 12:50

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Wieder Neffentrick in Steiermark: Frau um Zehntausende Euro gebracht



Maribor/Leibnitz (APA) - In der Steiermark haben Betrüger wieder mit dem sogenannten Neffentrick mehrere zehntausend Euro und Schmuck ergaunert. Eine 77-jährige Südsteirerin wurde am Mittwoch Opfer: Sie händigte dem „Rechtsanwalt“ ihres angeblichen Neffen im nahen slowenischen Marburg (Maribor) das Geld und die Wertsachen aus. Dies teilte die Landespolizeidirektion am Donnerstag mit.

Die Pensionistin aus dem Bezirk Leibnitz wurde am Dienstag von einem Unbekannten am Festnetztelefon kontaktiert. Der Anrufer schaffte es in akzentfreiem Deutsch, sich als ein in Deutschland lebender Neffe auszugeben. Tatsächlich hat die alte Dame Verwandte in Deutschland, sagte ein Polizist zur APA. Der vermeintliche Neffe gab an, eine Immobilie in Ungarn erwerben zu wollen. Da er sich aber in einem kurzfristigen finanziellen Engpass befinde, bat der Anrufer die Frau um Geld und um die Bekanntgabe der Nummer des Mobiltelefons der Südsteirerin. Ab diesem Zeitpunkt erfolgten die Telefonate nur mehr über diese Handynummer.

Die Frau hob am Mittwoch das Geld auf ihrer Bank von Sparbüchern ab und fuhr mit ihrem Auto über die Grenze ins slowenische Marburg. Während dieser Fahrt rief der angebliche Neffe wieder an und gab an, im Stau zu stehen. Er werde daher seinen Rechtsanwalt zur Geldübergabe schicken. Tatsächlich kam gegen 10.00 Uhr ein Unbekannter zum vereinbarten Übergabeort und übernahm das Geld sowie einige Goldschmuckstücke.

Die Polizei warnte zum wiederholten Male vor auf diese Art angebahnten Geldübergaben. Seit dem Herbst des Vorjahres war es in der Steiermark wieder verstärkt zu Betrugsversuchen gekommen, die meisten scheiterten. Zum Modus Operandi gab die Polizei bekannt, dass der Trick im Kern derselbe bleibe, aber die Vorgangsweise immer wieder variiert werde. „Die Betrüger üben einen immensen und fortlaufenden telefonischen Druck auf die Zielpersonen aus. Ein Anruf folgt auf den anderen. Der Sinn dahinter dürfte auch sein, ihnen keine Zeit zum Nachdenken über ihr Handeln zu geben“, wie ein Polizist sagte. Die Opfer seien nach einer gewissen Zeit den Anrufern völlig ausgeliefert und kämen den Aufforderungen fast willenlos nach.

Bei solchen Telefonanrufen wird geraten, diese bereits im Anfangsstadium zu beenden und Vertrauenspersonen oder Verwandte vom Anruf zu informieren. Keinesfalls sollen Handynummern bekanntgegeben werden, von der Übergabe von Geld und Wertsachen ganz zu schweigen.




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