Letztes Update am Do, 17.01.2019 13:26

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


„Sister Act“ in echt - Nonnen wollen Papst beim Weltjugendtag rocken



Lima (APA/AFP) - Sie haben Millionen Klicks auf YouTube und Internethits mit so erhebenden Titeln wie „Vertraue Gott“, nennen sich „Siervas“ (Dienerinnen) und sind es tatsächlich: Seit bald fünf Jahren heizt die Rockband aus elf Ordensschwestern Gläubigen vor allem aus Lateinamerika ein - und bald auch Papst Franziskus.

Beim Weltjugendtag kommende Woche in Panama haben sie ihren großen Auftritt vor dem katholischen Kirchenoberhaupt und tausenden weiteren Teilnehmern. Mit ihrem melodischen Rock unterscheiden sich die „Siervas“ kaum von anderen Bands - wären da nicht ihre christlichen Texte und ihr Nonnen-Habit. „Wir sind junge Schwestern, wir tragen unsere Glaubensbotschaft auf unsere Weise weiter - und wir mögen einfach Musik“, sagt Schwester Ivonne, während sie sich mit ihren Kolleginnen zu einer der letzten Proben in Lima trifft.

2014 haben die Nonnen vom Orden der „Dienerinnen vom Plan Gottes“ ihre Band eher zufällig gegründet. Sie hätten festgestellt, dass es mehrere musizierende Ordensschwestern in ihrem Konvent in Lima gegeben habe und hätten sich gedacht, „warum gründen wir keine Gruppe“, erzählt Schwester Arisa aus Japan.

Die Zusammensetzung der Band ändert sich seitdem ständig, da die elf Mitglieder immer wieder zu Missionsarbeiten abberufen werden. Heute sind sie zwischen 22 und 37 Jahre alt, stammen aus Peru, Chile, Japan, Ecuador, China und Costa Rica. Die Texte stammen meist von der 37-jährigen Chilenin Ivonne.

Seit ihrer Gründung sind die „Siervas“ in elf Ländern, darunter auch in den USA, aufgetreten. Auch bei den beiden Besuchen des Papstes in Mexiko (2016) und Peru (2018) waren sie mit ihren musikalischen Gebeten dabei. Persönlich gesprochen haben sie den aus Argentinien stammenden 82-jährigen Pontifex Maximus aber noch nicht.

Nun hoffen sich, dass sich während des Weltjugendtags vom 22. bis 27. Jänner eine Gelegenheit ergibt, sagt Schwester Yvonne. Obwohl, fügt sie hinzu, „ich wüsste gar nicht, was ich sagen sollte. Ich glaube, ich würde in Ohnmacht fallen“.




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