Letztes Update am Do, 17.01.2019 13:32

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Prominente Flüchtlingshelferin 90-jährig auf Lesbos gestorben



Lesbos (APA) - In Griechenland ist mit der 90-jährigen Maritsa Mavrapidou eine Symbolfigur für einen solidarischen Umgang mit Flüchtlingen gestorben. Mavrapidou hatte sich in den vergangenen Jahren gemeinsam mit zwei etwa gleichaltrigen Freundinnen beherzt um Flüchtlinge gekümmert, die auf der Insel Lesbos gestrandet waren. Die drei betagten Frauen wurden 2016 auch für den Friedensnobelpreis vorgeschlagen.

Das wackere Triumvirat wurde durch seine Solidaritätsaktionen in Hellas auch medial berühmt. Bekannt war Maritsa Mavrapidou insbesondere für ihre liebevolle Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern sowie deren Müttern. Laut griechischen Medienberichten verbrachten die drei Freundinnen ihr ganzes Leben in der Ortschaft Skala Sikamnia im Norden der Ägäisinsel Lesbos. Als ihr Dorf zu einem Brennpunkt des Flüchtlingsankünfte aus der Türkei wurde, gingen sie täglich die Küste entlang und leisteten gemeinsam mit anderen Bürgern Beistand und Hilfe.

Im November 2015 besuchte Staatspräsident Prokopis Pavlopoulos das Dorf Skala Sikamnias und kam auch mit den drei älteren Damen zusammen. Er beglückwünschte sie und dankte ihnen für ihre Initiativen. Zwar erklärte Maritsa Mavrapidou damals im Namen aller, dass sie ihrer Meinung nach nichts Außergewöhnliches geleistet hatten. Außerdem würden ihnen die Flüchtlinge im Gegenzug auch helfen und sie etwa mit Brennholz für ihre Häuser versorgen.

Doch schlug die griechische Akademie der Wissenschaften im Jahr 2016 die drei Frauen gemeinsam mit der US-Schauspielerin Susan Sarandon und einem Fischer von der Insel Lesbos für den Friedensnobelpreis vor. Sarandon hatte sich als erste international bekannte Persönlichkeit für die Rettung der Menschen eingesetzt. Der Fischer Stratis Valiamos habe Dutzende Menschen aus den Fluten gerettet, schrieb die Akademie. Seit Jänner 2015 waren damals binnen eines Jahres fast eine Million Flüchtlinge auf griechischen Inseln angekommen, die aus der Türkei kommend nach Europa wollten.




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