Letztes Update am Do, 17.01.2019 13:59

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Europarat und Vatikan wollen gegen Missbrauch kooperieren



Vatikanstadt (APA) - Beim Kampf gegen Missbrauch und Menschenhandel wollen sich Vatikan und Europarat stärker austauschen und zusammenarbeiten. Das vereinbarten Papst Franziskus und Europarats-Generalsekretär Thorbjorn Jagland bei einem Treffen am Donnerstag im Vatikan.

Bei der halbstündigen Begegnung habe man unter anderem über das Bischofstreffen zum Thema Missbrauch Ende Februar im Vatikan gesprochen, sagte Jagland im Anschluss der katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“.

In der Lanzarote-Konvention des Europarates von 2007 verpflichten sich die Unterzeichnerstaaten zu Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor sexuellem Missbrauch. Der Vatikan, seit knapp 50 Jahren im Europarat mit Beobachterstatus vertreten, hat die Lanzarote-Konvention noch nicht unterzeichnet. Sollte er dies tun, „wäre dies eine sehr wichtige Botschaft an die ganze Welt“, so Jagland. Die Konvention sei das bisher einzige internationale Rechtsinstrument gegen sexuelle Ausbeutung und Missbrauch von Kindern.

Die Gefahr von Missbrauch gebe es überall, so Jagland. Das Problem sei nicht neu, werde aber inzwischen stärker wahrgenommen. Umso wichtiger würden Prävention und Ahndung von Missbrauch, an der die katholische Kirche stark arbeite. Die Rechtsexperten von Europarat und Vatikan wollten sich dazu austauschen.

Weiteres Thema der Audienz bei Franziskus war laut Jagland der Einsatz gegen Menschenhandel. Dazu hatte der Vatikan am Donnerstag eine Orientierungshilfe veröffentlicht, in der er Eckpunkte für Maßnahmen gegen Schlepperei und Ausbeutung von Migranten aufführt. Diese „moderne Form der Sklaverei“, verbunden mit Missbrauch von Kindern und Frauen, sei ein zunehmendes Problem in Europa, so Jagland.

~ WEB http://hub.coe.int/ ~ APA355 2019-01-17/13:54




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