Letztes Update am Do, 17.01.2019 14:25

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Bischof Schwarz - Lackner für mehr Kontrolle bei kirchlichen Vermögen



Klagenfurt (APA) - Der Salzburger Erzbischof Franz Lackner plädiert für mehr Kontrolle bei der Verwaltung von kirchlichen Vermögen. In einem Interview mit der Kärntner Kirchenzeitung „Sonntag“ erklärte er in Hinblick auf die Vorwürfe gegen den ehemaligen Kärntner Bischof Alois Schwarz, er glaube generell, dass es „in der Kirche nicht sein kann, dass viel Vermögen in einer Hand ist“.

Einer der Vorwürfe der derzeitigen Kärntner Kirchenführung an Bischof Schwarz sind ja die wirtschaftlichen Zahlen des Bistums, also des bischöflichen Mensalgutes, über das Schwarz allein verfügen konnte. Ein Prüfbericht ergab, dass das Bistum 2017 einen Verlust von 1,9 Millionen Euro eingefahren hat. Zum konkreten Fall wollte Lackner in dem Interview nicht Stellung nehmen. Grundsätzlich sprach er sich aber gegen Alleinverantwortung aus: „Das Geld gehört nie mir, sondern ist mir treuhändisch anvertraut. Selbst wenn man Letztentscheidender ist, braucht es ein starkes Gegenüber. Das kann eine Kontrollinstanz oder ein Aufsichtsrat sein. Dass da einer allein entscheidet, geht einfach nicht.“

Die Situation in der Diözese Gurk-Klagenfurt bezeichnete Lackner als Anlass, „über die Standards in der kirchlichen Vermögensverwaltung nachzudenken“. Er sehe das auch als Lernprozess für die Kirche, es sei auch bei kleineren Vermögen wichtig, dass es ein Mehraugenprinzip gebe. „In manchen Bistümern ist das ja ein fixer Bestandteil.“

Bezüglich der Ermittlungen der Grazer Anklagebehörde gegen Schwarz und dessen langjährige Vertraute Andrea Enzinger meinte der Erzbischof, man suche einen Weg, um mit der Staatsanwaltschaft gut zu kooperieren. Es gehe auch darum, dass die Ermittlungen sachgerecht erfolgen könnten.

Seitens der Staatsanwaltschaft Graz hieß es auf Anfrage der APA dazu, dass die Ermittlungen erst „ganz am Anfang“ stünden. Sowohl Andrea Enzinger als auch Bischof Alois Schwarz würden als Verdächtige geführt. Allerdings habe man die erstellten Prüfberichte aus Klagenfurt erst angefordert. Sobald diese vorliegen, würden sie geprüft. Es sei noch unklar, ob ein Gutachter dafür notwendig sein wird, weil man sie noch nicht gelesen habe, sagte Sprecher Christian Kroschl. Im Raum stehe derzeit der Verdacht der Untreue, „aber es kann sich strafrechtlich auch etwas anderes ergeben“.




Kommentieren