Letztes Update am Do, 17.01.2019 15:13

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Model mit angeblichen Infos über Trump aus Thailand abgeschoben



Bangkok/Moskau (APA/AFP) - Das wegen eines „Sex-Training-Kurses“ in Thailand verurteilte weißrussische Model Anastasia Waschukewitsch, das nach eigenen Angaben über Beweise zu russischen Einmischungen in den Wahlkampf von US-Präsident Donald Trump verfügt, ist nach Russland abgeschoben worden.

Waschukewitsch bestieg nach Regierungsangaben zusammen mit weiteren Verurteilten am Donnerstagnachmittag (Ortszeit) einen Flieger nach Moskau.

Die letzten noch in Thailand verbliebenen Verurteilten würden das Land bis zum Abend verlassen, sagte der Chef der thailändischen Einwanderungsbehörde, Surachate Hakparn. Es wurde damit gerechnet, dass Waschukewitsch und ein weiterer Weißrusse an Bord anschließend von Russland in ihr Heimatland geschickt werden.

Waschukewitsch war zusammen mit sieben Mitangeklagten am Dienstag von einem Gericht in dem thailändischen Amüsierort Pattaya wegen des Anbietens sexueller Dienste schuldig gesprochen worden. Eine dreijährige Haftstrafe sowie eine Geldstrafe wurden aber auf die bereits seit Februar in Untersuchungshaft verbrachte Zeit reduziert.

Waschukewitsch war nach einem Politskandal mit dem russischen Milliardär und Strabag-Großaktionär Oleg Deripaska nach Thailand gereist. Deripaska war Geschäftspartner von Paul Manafort, der 2016 eine Zeit lang den Wahlkampf von Donald Trump leitete. Waschukewitsch, die sich als Callgirl Nastja Rybka nannte, hatte erklärt, sie wolle „die fehlenden Puzzleteile liefern“, die eine Verbindung herstellen zwischen russischen Politikern, Manafort, Trump selbst und „all diesem Wirbel um die US-Wahl“.

Bisher wurde aber nichts öffentlich, das ihre Angaben untermauert. Kritiker sprechen von einem PR-Gag.

Vor Gericht in Thailand stand auch der russische „Sex-Trainer“ Alexander Kirillow. Er geht nach eigenen Angaben davon aus, dass die Gruppe, die er in Thailand leitete, hereingelegt wurde: „Ich denke, jemand hat (unsere Festnahme) gegen Geld angeordnet“, sagte er am Dienstag bei seiner Ankunft vor Gericht.

US-Präsident Trump steht wegen einer möglichen Beeinflussung des US-Wahlkampfs durch Moskau unter Druck. Er hat immer wieder jegliche Zusammenarbeit mit Russland bestritten. Die Untersuchung von Sonderermittler Robert Mueller zu dieser Frage verurteilte der Präsident wiederholt als „Hexenjagd“.




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