Letztes Update am Do, 17.01.2019 15:56

APAOnlineticker / Tiroler Tageszeitung Onlineausgabe


Miele Österreich steigerte Umsatz im Jahr 2018 auf 249,1 Mio. Euro



Wals/Gütersloh/Bürmoos (APA) - Die Österreich-Tochter des deutschen Haushalts- und Gewerbegeräteherstellers Miele hat im Jahr 2018 den Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 10,6 Mio. Euro oder 4,4 Prozent auf 249,1 Mio. Euro gesteigert. Das Plus ist dabei Zuwächsen in mehreren Geschäftsfeldern geschuldet. Einzig im Werk in Bürmoos in Salzburg gab es nach der Abwanderung von Teilen der Medizintechnik einen kleinen Rückgang.

Wie das Unternehmen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in Wien mitteilte, steigerte die Miele Vertriebs- und Servicegesellschaft für Österreich ihren Umsatz um 5,5 Prozent. Der Hausgeräteumsatz wuchs dabei um 5,4 Prozent und damit wesentlich stärker als der Markt, erklärte Miele Österreich-Geschäftsführerin Sandra Kolleth. Die positive Entwicklung war dabei vor allem von Produktinnovationen getrieben.

Von den guten Zahlen im Tourismus profitierte im Vorjahr auch die Gewerbeschiene des Unternehmens: Das Geschäft mit Profigeräten für Hotellerie und Gastronomie legte um 6,9 Prozent zu. Im Bereich Zubehör- und Verbrauchsgüter betrug das Umsatzplus 9 Prozent. Kolleth ist auch für die Führung der Töchter in Slowenien und Kroatien zuständig.

Das Werk in Bürmoos (Flachgau) konnte die Verlagerung eines Teiles der Medizintechnik zum im Jahr 2017 mehrheitlich übernommenen Tochterunternehmen Steelco nach Italien das abgelaufene Kalenderjahr mit der Produktion von Komponenten für die anderen Werke ausgleichen. Es schloss 2018 mit einem nur leichten Umsatzrückgang von 1,3 Prozent ab. Miele Österreich beschäftigte zuletzt 421 Mitarbeiter, das Werk in Bürmoos (Umsatz im Geschäftsjahr 2017/2018: 39,21 Mio. Euro) nicht inkludiert. Dort sind laut Kolleth rund 260 Mitarbeiter tätig.

Markus Miele, einer von zwei Geschäftsführenden Gesellschaftern der Miele-Kommanditgesellschaft, ist mit der Entwicklung in Österreich sehr zufrieden: „Ich sage meinen Kollegen manchmal, von den Österreichern könnt ihr euch etwas abschauen“, sagte der Urenkel des Firmengründers Carl Miele bei der Pressekonferenz in Wien. In Österreich liege der Umsatz pro Einwohner nämlich höher als im Stammland Deutschland. Markus Miele ist aus der Gründerfamilie Miele, die rund 51 Prozent am Unternehmen hält. Rund 49 Prozent sind in der Hand der zweiten Gründerfamilie Zinkann, zweiter geschäftsführender Gesellschafter ist Reinhard Zinkann. Die Entscheidungen für das Unternehmen werden in der Geschäftsführung konsensual getroffen, betont Markus Miele im Gespräch mit der APA.: Beide Familien müssten voll dahinter stehen.

Das Unternehmen mit etwas über 20.000 Mitarbeitern weltweit macht 30 Prozent seines Umsatzes in Deutschland, 70 Prozent im Rest der Welt. Dabei sieht sich Miele als Premium-Hersteller. Die meisten Werke befinden sich in Deutschland, weiters gibt es Produktion in Österreich, Tschechien, Rumänien und China. Dort werden Staubsauger hergestellt, das Gebläse, also das Herz des Geräts, komme aus Deutschland.

Dass Miele großteils in Deutschland bzw. in Europa produziert, spiegelt sich auch in den Preisen der Geräte wider. „Wir sind im Premium-Segment“, betont Markus Miele. Das Billigangebot an Haushaltsgeräten könne dem deutschen Hersteller eigentlich nichts anhaben, meint er. Sogar im Krisenjahr 2008/2009 sei der Umsatz nur um etwas mehr als 1 Prozent gesunken. Viele Konsumentinnen und Konsumenten seien auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten offenbar bereit, werthaltige Investments zu machen.

Der Trend bei den Haushaltsgeräten gehe in Richtung Einfachheit in der Bedienung sowie Vernetzung. In dem Sinne wurde auch ein neuer Geschirrspüler „Miele G7000“ entwickelt, der ab nun auch am österreichischen Markt verkauft wird. Aus dem Bürmoos-Werk werden die Edelstahlblenden dafür geliefert. Das Gerät dosiert das Spülmittel selber und reagiert dabei mit Sensoren auf die Verschmutzung des Geschirrs. Außerdem kann es per Smartphone-App oder Amazons Alexa eingeschalten werden, oder auf bestimmte Zeiten programmiert werden. „Nur ein- und ausräumen muss man noch selber“, meint Markus Miele.

~ WEB http://www.miele.de ~ APA451 2019-01-17/15:51




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